Teil 5: Simbabwe – Victoria-Falls
11. März 2023, Kasane-Airport:

Passkontrolle zur Ausreise aus Botswana, Impfpasskontrolle, 30,- US-Dollar für ein Visum, Immigration zur Einreise nach Simbabwe – alles verläuft schnell und ohne Komplikationen.
Nach 45 Minuten Busfahrt sind wir in Victoria Falls Stadt.
Die Stadt ist auf den „Vic-Fall Tourismus“ eingestellt. Zahlreiche Agenturen bieten Sundowner Cruises auf dem Sambesi, Helikopter Flüge über die Victoria Falls, Shuttle-Dienste in alle Richtungen sowie zu jeder Zeit u.ä. an. Bevor wir zur Batonka-Lodge fahren, buchen wir bei der Agentur „Wild Horizons“ eine Sundowner Cruise für den Abend auf dem Sambesi River und für den nächsten Morgen einen Helikopter Flug von 25 Minuten über die Vicfalls.
https://wildhorizons.co.za/
Die Batonka Guest Lodge ist ein idealer Ort, um dem touristischen Gewusel der Stadt zu entfliehen und trotzdem kurze Wege zu den Attraktionen zu haben. Sehr freundliche Menschen begrüßen uns an der Rezeption, heißen uns herzlich willkommen, sind für jegliche Fragen offen und helfen. Ein sehr schöner, gepflegter Garten mit Pool laden zum entspannen ein. Wir beziehen unsere Zimmer, die praktischerweise nebeneinander liegen.


Abends auf dem Sambesi River
Wir sitzen entspannt mit ein paar Drinks und Snacks auf dem Oberdeck des Sundowner Boots. Der breite Fluß fließt träge dahin. Auf der einen Flußseite befindet sich Sambia auf der anderen Simbabwe, in Front ahnen wir die Vicfalls. Die Lichtstimmung ist ein Traum, die Stimmung an Bord ebenfalls, fröhliche Menschen um uns herum, ein Familienvater aus Neuseeland, Vater und Sohn aus Spanien und andere Personen lassen die Weite des Flusses und die romantische Atmosphäre der untergehende Sonne auf sich wirken. Im Fluß begleiten uns Hippos und auch das eine oder andere Krokodil. In Ufernähe grasen ungestört Elefanten.


Nächster Tag, Sonntag
Nach gutem Frühstück werden wir zum Heliport, der sich ganz in der Nähe unserer Lodge befindet, gebracht. Dort bekommen wir die Mitteilung, dass wir zu einem anderen Heliport müssen.

Nach 15 Minuten Fahrt querfeldein erreichen wir das Ziel, stellen fest, hier starten andere Helikopter-Typen als wir gebucht haben.
Statt eines vollverglasten Helikopters, mit vier Plätzen, so haben wir gebucht, auch den entsprechenden Preis bezahlt, gibt es nur sieben Sitzer mit unzureichenden Fensterplätzen. Heftige Diskussion! Schlechte Organisation oder Abzocke? Wir wissen es nicht. Wir wollen nicht mitfliegen und unser Geld zurück. Das geht nicht.

Verzögerung! Die anderen fünf Passagiere sind deshalb genervt und machen uns für die Verzögerung verantwortlich. Die Sitzplätze werden nach Gewicht der Personen verteilt und nicht nach Fotoambitionen. So sitzt eine Frau, die weder mit einem Fotoapparat noch einem Handy ausgestattet ist (dafür mit einem dicken Hintern), neben dem Piloten am Fenster. Ein junger, nicht sprechender Ignorant beansprucht mit seinem mickrigen Handy den einzigen offenen Fensterplatz. Ein älterer Belgier mit Top-Kamera ist des Diskutierens leid und setzt sich mies gelaunt demonstrativ an das nicht zu öffnende Fenster mit starken Reflexionen der Scheibe. Michael steigt aus, ich ebenfalls. Der Supervisor vom Airport entscheidet, Michael muss am zweiten kleinen Fenster mit Reflexion sitzen. Es scheint, der beharrlich schweigende Ignorant (wir vermuten ein Brite) ist auf dem Platz am offenen Fenster fest geklebt. Zufrieden sind wir nicht. Neben der miesen Stimmung ist es beengt, die Fotopositionen schlecht, der Preis, den wir bezahlt haben entspricht nicht dem, was wir in der Agentur vereinbart hatten.
Dennoch, ist der Flug, bedingt durch perfektes Wetter, ein Erlebnis.
Die Victoria Falls, 1700m breit, die Fallhöhe beträgt ca. 100m, bringen pro Sekunde eine Million Liter Wasser zum Absturz. Das Wasser knallt gegen eine ca. 50m entfernte Basaltwand. Dabei entsteht eine Gischt, die bis zu 300m in die Höhe steigt. Davon profitiert der dichte Regenwald, der die Wasserfälle umgibt.

Wir fliegen auch über die Inseln im Sambesi, über Anfänge des Cobe-Nationalparks und den Canyon, der das Wasser weiterführt. Michael konnte, trotz des kurzen,12 minütigen Flugs (25min waren gebucht!) ein paar mäßig gute Fotos festhalten.



Trotzdem sind wir über das Verhalten der Helifirma und der Agentur verärgert. So beschließen Christina und Michael sich bei der Agentur „Wild Horizons“ zu beschweren.
Der Mitarbeiter der Agentur „Wild Horizons“ reagiert positiv auf unser Feedback und organisiert sehr schnell einen Kurzflug als Entschädigung. Sogleich kann Michael mit einem Shuttle zum Heliport fahren. Er bekommt einen Sitzplatz neben dem Piloten und ist 13 Minuten später zurück und zufrieden.
https://wildhorizons.co.za/

Fotos:© Michael Schulze



Die Bilder sind jetzt perfekt. Hartnäckigkeit eines Fotografen zahlt sich aus. Und wir? Wir stellen fest, das Erlebnis vom Vormittag kann uns überall in der Welt, wo der „Tourismus tobt“ passieren. Mitunter sind Mitarbeiter bei täglichem, hohen Andrang überfordert.
Sonntag Nachmittag
Für den Nachmittag steht eine imposante Wanderung im Victoria National Park an. Bedingt durch die Differenzen beim Helikopter-Flug, können wir unsere Tour durch den Park erst um 17.00 Uhr starten. Am Eingang steppt der „Touri-Bär“, Verkaufsstände, Verkäufer mit nützlichen und überflüssigen Dingen und Angebote von Guides versuchen uns zu stoppen – nix wie durch und kein Interesse zeigen. Schnell den Eintritt für den Nationalpark von 30,- US Dollar bezahlen und schon sind wir auf den Wegen des Weltnaturerbes „Victoria Falls“ mit Blick auf diese außergewöhnliche Natur. Die Anblicke sind überwältigend. Das Wasser fällt zum Teil mehr als 10m gegen eine nur 50m entfernte Basaltwand und fließt dann durch eine enge Schlucht ab.




Die Gischt ist teilweise so dicht, dass wir den Wasserfall nicht sehen können. Wir sind tropfnass, die Kameras meist wieder im Rucksack verstaut. Christina hat sich von den nützlichen Dingen am Eingang ein kanariengelbes Regencape gegönnt. Aber es geht auch ohne, da die Luft angenehm warm ist.


Wir laufen zur Statue des Entdeckers der Vicfalls: David Livingstone, ein englischer Missionar und Naturforscher. Er war der erste Europäer, der 1885 den Wasserfall gesehen hat.
Seitlich von hier kommen wir sehr nah an das zu Tal schießende Wasser heran, in Deutschland wäre dies auf Grund von Sicherheitsbestimmungen unmöglich. Der Weg verläuft auf einer Felswand parallel zum Wasserfall. Ein ohrenbetäubender Lärm, der noch im gesamten Ort zu hören ist, begleitet uns. Zum Teil verdeckt die Gischt die Sicht auf die Wasserfälle.


Am Ende des Weges blicken wir auf die Brücke, die Simbabwe mit Sambia verbindet. Noch immer fährt die Eisenbahn mit dem Rovos-Rail nach Kapstadt über diese Brücke.

Auf dem Rückweg versperrt uns eine Horde Affen den Weg. Es dauert ein Weilchen bis wir uns trauen an ihnen vorbei zu gehen. Ihre Schäferhund ähnlichen Gebisse und angriffslustigen Gesten flößen uns Respekt ein.

Nach einer Erfrischung in der Botanka Lodge, fahren wir zum altehrwürdigen Victoria Falls Hotel, das sich nur zehn Minuten zu Fuß nahe der Victoria Falls befindet. Das Gebäude, 1904 im englischen Stil erbaut, versprüht kolonialen Charme, versucht damit die Traditionen zu erhalten. Ein Blick in die Lobby und öffentlichen Räumlichkeiten lässt uns den Kolonialstil aus der Zeit Edwards VII erahnen.



Wir spazieren durch die große, gepflegte Gartenanlage.



Der unverstellte Blick auf die berühmte Victoria Falls Bridge zwischen Simbabwe und Sambia ist brillant.

Auf der Stanley Terrace genießen wir die grandiose Aussicht und leicht philiströse Atmosphäre mit einem guten Drink. Das Abendessen im Restaurant ist ok.


Das Victoria Falls Hotel gehört, so unsere Meinung, einfach zu den Victoria Falls, zur Entdeckung und Berühmtheit, zur historischen Bedeutung und zum Weltnatur- und Kulturerbe dieser Region. Ein Blick dorthin ist lohnenswert. – Wir sind froh in der Batonka Guest Lodge zu wohnen, klein, nett und nicht so verstaubt. (Wenn die Lodge den Blick hätte wie das Hotel, wäre sie sicher unbezahlbar.)
https://batonkaguestlodge.com
Montag, 13. März 2023
Ein spätes Frühstück in der Batonka Lodge mit original Shakshuka, lecker.
Abschied!
10.30 Uhr Abfahrt zum Flughafen von Victoria Falls Stadt. Nach 30min Fahrt befinden wir uns vor einem chicen, modernen Flughafengebäude. Vor dem Gebäude musiziert eine traditionelle Chor- und Tanzgruppe, speziell für Touristen. Sind wir Touristen? Neugierige, individuelle Reisende? Oder doch auch ein wenig vom touristischen Reisen gefangen.
Von Victoria Falls Stadt fliegen wir nach Johannesburg, von dort zurück nach Frankfurt am Main.
