TEIL 3: BOTSWANA – OKAVANGO DELTA

Cape Town International Airport, Drehkreuz für South African Airways. Hier starten wir nach Maun, Hauptstadt des North West District im nördlichen Botswana.

Start in Kapstadt, Foto: © Michael Schulze

Pünktlich landen wir in Maun. Am Eingang des Airport-Gebäudes begrüßen uns drei sympathische Assistants von Kwando Safaris und überreichen uns traditionelle Gifts. Die Immigration erfolgt problemlos und schnell. Unser Gepäck wird direkt wieder eingescheckt, wir auch!

Flughafen Maun, Foto: © Michael Schulze


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Mit einem jungen Piloten, sein Name ist Solly, geht die Reise in einer 6-sitzigen Cessna weiter Richtung Splash Camp.

Pilot bei Kwando Safaris, Foto: Michael Schulze

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Nur dreißig Minuten bis zur Landung im Okavango-Delta dauert der Flug. Das ist richtiges Fliegen und Solly, kennt sich aus, das Terrain und seine Maschine. Heute fliegt er diese Tour schon zum dritten Mal.

Flug über das Okavango Delta, Foto: © Michael Schulze

Links von uns im Osten regnet es, nicht unsere Richtung. Aber auch vor uns, genau über unserer Landebahn, blitzt und donnert, stürmt und regnet es. Solly umfliegt die „dicke“ Regenwolke. Schon beim Vorbeifliegen spüren wir die starken Böen. Der Pilot wendet, fliegt von Süden auf die Wolke zu.

Die Landebahn ist mühsam zu erkennen. Es schüttet, die Scheiben sind dicht, das Flugzeug hüpft von Böe zu Böe. Solly leitet die Landung ein.

Ohne Sicht setzt er das Flugzeug sanft auf der Landebahn auf. Der Regen prasselt auf’s langsam rollende Flugzeug. Der Sturm zerrt überall an der Maschine. Wir bleiben am Ende der Bahn stehen. Wenden oder zurückrollen? Ohne Sicht nicht möglich. Die perfekte Position wird nach Abklingen des Gewitters angefahren.

Der Pilot Solly hat einen Top-Job gemacht. „So“, sagt er, „bin ich noch nicht oft gelandet.“ Erleichtert lachen wir alle fünf.

Matt, unser künftiger Safari-Führer oder besser Ranger, holt uns zusammen mit seinem Tracker K.T. von der Landebahn ab. Umsteigen in den Geländewagen.

Unser Gepäck wird vorsorglich in Plastiksäcke verpackt, denn es regnet noch und auf die hinteren Sitze verladen.

K.T. erklärt uns, da sein Name lang und unaussprechlich ist, wird er anhand seiner Initialen von jedem kurz „KeeTie“ genannt.

Fahrt vom Airstripe zum Splash Camp Fotos: © M. Schulze

Nach 35 Minuten Fahrt erreichen wir Splash Camp, unser zu Hause für die nächsten vier Tage und Nächte. 

Wir werden vom Manager und seiner Crew herzlich begrüßt und beziehen unsere Bungalows. 30 Minuten Zeit zum Frischmachen, 16.30 Tea Time, 17.00 Uhr Game Drive.

Spannend geht es weiter!

Tracker K.T. auf Spottersitz

Nervenkitzel auf der Kühlerhaube ist dem Fährtenleser vorbehalten. So sitzt K.T. vorn auf dem Spottersitz, auch Trackersitz genannt. Das ist der spezielle Sitzplatz an der Vorderseite des Safari-Fahrzeugs, außerhalb der Motorhaube.

Wir sitzen hinter dem Ranger Matt im offenen Geländewagen. Auch von dieser Position lösen bei uns Geräusche, Gerüche, die Nähe zur Natur, die Symbiose der Tier- und Pflanzenwelt Adrenalinstöße aus.

Drive Game, Fotos: © Michael Schulze

Zebras, Giraffen, Elefanten, Antilopen – das volle Programm.

Fotos: © Michael Schulze

Impala und Streifengnu, Fotos: © Michael Schulze

Sonnenuntergang! Der wird mit einem Gin Tonic und ein paar Snacks in der Wildnis zelebriert. Dabei entwickeln sich interessante, informative Gespräche mit unseren beiden sehr sympathischen Guides.

Es wird schnell dunkel. Wir fahren sehr langsam, denn K.T. sucht mit einer speziellen Nachtsicht-Lampe das Gelände nach nachtaktiven Tieren ab. Die Geräusche und Gerüche versetzen uns in eine andere Welt.

Zurück im Camp. Dinner mit Matt und Florence, einer netten Managerin. Noch kurz den nächsten Tag besprechen und dann todmüde ins Bett.

Splash Camp, Foto: © Michael Schulze

Nächster Tag 
5.15 Uhr: Es klopft an der Tür, eine freundliche Stimme weckt uns. 

5.45 Uhr: Es ist noch dunkel. Im offenen Camp „spazieren“ um diese Uhrzeit die Bewohner der Wildnis herum. Deshalb werden wir von einem Mitarbeiter des Camps, der den Weg mit Licht checkt, abgeholt. Neben uns raschelt es, kurz vor dem Haupthaus weichen wir einem Riesenhaufen Elefantenmist aus. Vorsicht! Der Elefant ist noch ganz in der Nähe. So nah an unseren Bungalows waren heute Nacht die Tiere? Michael und ich, wir haben tief und fest geschlafen. Christina hat einen Löwen brüllen hören. Matt kann das bestätigen. Die Tiere dürfen ohne Beschränkungen durch das Camp laufen. Die Savanne ist ihr Territorium. 

Beim kleinen Frühstück erzählt Matt, dass während der Trockenzeit durchaus Löwen und Leoparden ihren Durst im Pool des Camps stillen. Uns ist klar, dass wir bei Dunkelheit nur in Begleitung eines Ranger oder Tracker, die das Gelände, Spuren, Geräusche, Geruch sowie das Verhalten der Tiere kennen und eine Lampe mit sich führen, auf kürzestem Weg unsere Bungalows aufsuchen oder verlassen.

6.15 Uhr: Start des morgendlichen Game Drive. Der Sonnenaufgang vertreibt unsere letzten Spuren Müdigkeit. Es wird ein sonniger Tag.

Sonnenaufgang im Splash Camp, Foto: © Michael Schulze

Zwei Löwenmänner begegnen uns als erstes. Bevor sie sich schlafen legen, posieren sie für uns.

Fotos: © Michael Schulze

Die Fahrt geht weiter. Am Wegesrand beobachten wir eine Gruppe Helmperlhühner. Ihr bunter, helmähnlicher Kopf sowie die weißen Sprenkel des Gefieders, die wie Perlen aussehen, gaben diesen lustigen Hühnern den Namen. Matt erzählt uns, dass Helmperlhühner außerhalb Ihrer Brutzeit sehr gesellig in Gruppen ihre Nahrung suchen. Sie sind Allesfresser, picken Samen, Früchte, Insekten und kleine Wirbeltiere.

Helmperhühner, Foto: © Michael Schulze

K.T. entdeckt eine Grüne Meerkatze. Langsam fährt Matt in ihre Nähe und stoppt.

Grüne Meerkatze, Foto: © Michael Schulze

Diese Primaten sind semiterrestrisch, d.h. sie bewegen sich auf Bäumen und auf dem Boden. Wie fast alle Primaten sind sie tagaktiv. Nachts schlafen sie zur Sicherheit auf Bäumen. Sie leben in sozialen Gruppen mit komplexer Rangordnung. Interessant ist es, zu beobachten wie sie untereinander kommunizieren. Verschiedene Laute, Gesten und Körperhaltungen zeigen Zuneigung oder Ablehnung. Mit Alarmrufen warnen sie Artgenossen vor Fressfeinden. 

Im Gegenlicht sehen wir eine bizarre Vogelgruppe auf einem blattlosen Baum.

Sporngänse auch große Glanzente mit langen Beinen, Foto: © Michael Schulze

Wir schauen durchs Fernglas, denn K.T., unser Tracker weist uns auf die Besonderheit dieser Vögel hin. Sie haben knöcherne Sporen am Flugbug, daher der Name Sporngänse oder Sporengänse. Männliche Gänse, sogenannte Ganter, haben mitunter einen Stirnhöcker. 

Matt, unser Ranger, ergänzt: „Die Besonderheit dieser Tiere ist folgende: Die Sporngans gehört zu den wenigen Giftvögeln. Das liegt daran, dass sie Käfer der Familie Ölkäfer (Meloidae) frisst, die Cantharidin enthalten. Dieses Gift reichert sich im Gewebe der Gans an und kann beim Verzehr für Fressfeinde und Menschen giftig sein.“ Was es alles in der Natur gibt?! Raffinierter Schutz!

Wir fahren weiter. Jetzt sehen wir einen Elefanten bei seiner morgendlichen Dusche. Es muss nicht immer Wasser sein. Mit Sand schützen Elefanten ihre empfindliche Haut vor der Sonne, gegen Parasiten und Zecken. Sie pflegen damit nicht nur ihre Haut, sondern Sand kann sie außerdem wärmen oder abkühlen.

Foto: © Michael Schulze

K.T. und Matt kennen das Verhalten der Tiere. Das bedeutet für uns, nächster Stop – neue Fotomotive!

Impala, auch Schwarzfußantilope. Das schwarze Fellbüschel an den Hinterfüßen ist das charakteristische Merkmal und namensgebend. Nur die männlichen Impala, die Böcke tragen leierförmig geschwungene, geringelte Hörner.

Impala werden häufig in Gesellschaft von Gnus gesehen.

Impalas und Streifengnu, Foto: © Michael Schulze

Kurze Pause – mit Kaffee und Keksen.

Gabelracke, Nationalvogel von Botswana und Kenia, Foto: © Michael Schulze

Wer entdeckt zuerst den kleinen bunten Vogel? Christina! Die Spitze einer Astgabel dient ihm als Aussitz, um das Terrain zu checken.

Gleich drei Namen hat dieser lustige Vogel: Gabelracke, Gabelschwanzracke, Grünscheitelracke. Auffällig sind die stark verlängerten äußeren Schwanzfedern, die einen tief gegabelten Schwanz bilden. Die Federn am Oberkopf sind leuchtend grün. So kommt der lustige Vogel zu seinen drei Namen.

Die Gabelracke ist der Nationalvogel von Kenia und Botswana. 

Ziemlich stolz präsentiert sich ein Kraftpaket. Die schnellste Antilope Afrikas, Tsessebe oder Sassaby, auch Leierantilope, erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 80km/h.

Tsessebe oder Sassaby, Foto: © Michael Schulze

Das Männchen kontrolliert regelmäßig die Reviergrenzen. Durch demonstratives „Sich-zur-Schau-stellen“ auf kleinen Bodenerhebungen (wir waren Zeugen), durch Kot und ein Sekret aus der Vorderaugendrüse, das auf Termitenhügel oder den Boden verstrichen wird, markiert das revierbildende Männchen sein Territorium.

Foto: © Michael Schulze

Die Weibchen- und Jungtierherden gehören immer zu einem dominierenden, revierbesitzenden Männchen. Übrigens beide Geschlechter haben halbmondartige Hörner

Tsessebe, Foto: © Michael Schulze

Und jetzt ein Zungenbrecher: Mopanetoko. Ihr kennt ihn. Es ist „Zazu“ aus dem Film „König der Löwen“. Der Ruf des Männchens ist eine Folge klickender Laute: “kok kok kok kokok!“

Rotschnabeltoko, Foto: © Michael Schulze

Vor wem warnt „Zazu“, sorry der Nashornvogel?

Schabrackenschakal, Foto: © Michael Schulze

Vor einem Wildhund mit fuchsähnlichem Aussehen. Die scharf abgesetzte dunkle Zeichnung auf dem Rücken sowie der dunkle Schwanz erinnern an eine Schabracke. Es ist ein Schabrackenschakal vor dem der Toko die anderen Tiere warnt.

Ein kleiner Vogel, dieser hat keinen gegabelten Schwanz, im Gegenteil eine schmale, zentrale Schwanzfeder, die deutlich länger als die umgebenen Schwanzfedern ist. Diese scheint eine besondere Flug- und Steuerfähigkeit zu ermöglichen. Auffallend hübsch ist sein rosarotes Gefieder.

Scharlachspint, Foto: © Michael Schulze

Es ist ein Scharlachspint. Er gehört zur Familie der Bienenfresser. Also frisst er ausschließlich Insekten, bevorzugt Bienen. Außerdem ist er ein intra-afrikanischer Zugvogel, der sein Brutgebiet von Dezember bis März/April verlässt. Er erreicht sein Brutgebiet wieder im August/September zur Regenzeit. 

Für uns Zeit zurück zu fahren ins Camp. Lunchtime und relaxen bis 16.00 Uhr.

Bungalow im Splash Camp, Foto: © Michael Schulze

Nächster Game Drive 16.15 Uhr!

Die Sonne hat längst ihren Zenit verlassen, die Lichtstimmung ist eine andere als am Vormittag.

Foto: © Michael Schulze

Jedes Zebra hat seine ganz individuelle Zeichnung.

Wir werden beobachtet. Ein Pavianmännchen sitzt scheinbar relaxt auf einem Ast. Wir wissen nicht, ob er der Boss einer gemischten Paviangruppe ist oder ein einzelner männlicher Pavian, der seinen Harem bewacht und diese vor ihren natürlichen Feinden Leoparden, Löwen und Geparden beschützt.

Und da ganz nah, einer der „Big Five“. Der afrikanische Elefant, größtes Landsäugetier der Welt. Seine großen Ohren dienen der Wärmeregulierung. Seine Rüsselspitze hat im Gegensatz zum indischen Elefanten zwei Grifffinger, einer oben, einer unten.

Afrikanischer Elefant, Foto: © Michael Schulze

Bei afrikanischen Elefanten tragen weibliche und männliche Tiere Stoßzähne. Zum Vergleich, bei indischen Elefanten haben nur die Bullen Stoßzähne.

Beide Arten sind auf Grund von Wilderei und Lebensraumverlust stark gefährdet.

Was ist hier los? Zwei junge Zebra-Hengste im Streit. Es scheint mal wieder um die Rangordnung zu gehen. Schließlich begleiten die Hengste überwachend stutengeführte Herden. In der Bewegung verschwimmt das Streifenmuster. Aber welche Funktion hat dieses für die „Streifen-Pferde“? – Da streiten und forschen die Wissenschaftler weiterhin. Tarnung vor Beutegreifern? Schutz vor Fliegen und Bremsen? Thermoregulierung? Das ist alles möglich, aber nicht wissenschaftlich bewiesen.

Von Streifen zu Flecken. Giraffen – diese eleganten Tiere haben eine wichtige Funktion im Ökosystem Savanne. Sie verhindern die Verbuschung der Graslandschaften.
Das Haarkleid der Giraffen ist vergleichbar mit dem Fingerabdruck der Menschen – das individuelle Erkennungsmerkmal. Die Flecken dienen der Tarnung und der Regulierung der Körpertemperatur.

Giraffenkühe, Foto: © Michael Schulze

Matt fragt: „Woran kann man auf dem ersten Blick Giraffenkühe von Giraffenbullen unterscheiden?“ Schaut bitte einmal genau auf die Hörner (Ossicon) der Giraffen. K.T. ergänzt schmunzelnd: „Die weiblichen Tiere haben etwas schmalere Hörner und vor allem einen Haarpuschel darauf. Die männlichen haben größere Hörner, die oben kahl sind. Bei Menschen heißt das „Glatze.“

Abendliche Stimmung an einer Wasserstelle. Giraffen, Zebras, Gnus, Impalas und ein traumhafter Abendhimmel mit Sundown.

Sonnenuntergang Fotos: © Michal Schulze

Nächster Tag 5.45 Uhr: Frühstück im Splash Camp!

Jederzeit gut ausgerüstet starten wir zum nächsten Game Drive.

Wie am Tag zuvor, das erste Tier unserer morgendlichen Begegnung ist ein Löwe. Er liegt auf einem Hügel, nicht wie Mufasa auf dem Königsfelsen, der seinem Sohn Simba das geweihte Land zeigt. Nein, es ist ein hungriger Löwe, der eine Gruppe Zebras und Gnus beobachtet und diese Gruppe beobachtet ihn.

Fotos: © Michael Schulze

Sein Versuch sich vom Hügel Richtung Zebras zu bewegen scheitert. Sie haben Witterung aufgenommen und gehen gelassen auf Distanz. Er läuft ihnen nicht nach, keine Chance auf ein proteinhaltiges Frühstück. Majestätisch schlendert er auf unseren Jeep zu. Foto-Session statt Frühstück!

Zebras ziehen in Begleitung durch die Savanne. Es sind Kuhreiher, die fröhlich auf dem Rücken der Zebras flattern oder sich auf dem Rücken der Tiere ausruhen. Clever, sie nutzen die Zebras als Transportmittel. Ist das der einzige Grund? Nein! Außerdem befreien sie die Zebras von lästigen Parasiten und Zecken. Eine Form von Körperpflege. Und die Huftiere scheuchen im Gras sitzende Insekten auf, die somit die Kuhreiher bequemer fangen und fressen können. Die Zebras wiederum profitieren auch davon, weil sie von weniger Insekten geplagt werden. Das ist ein Beispiel für eine symbiotische Beziehung, die beiden Tierarten Vorteile bringt.

Zebras und Kuhreiher, Foto: © Michael Schulze

Immer wieder begegnen wir Zebras und Impalas. diese zu beobachten, macht einfach Spaß.

Jetzt starten wir einen Bush-Walk, auch Walking Safari genannt. Zu Fuß tiefer in den Busch als mit dem Auto zu gelangen, Erde und Gras unter den Füßen zu spüren, herrliche und weniger herrliche Gerüche wahrzunehmen, Geräusche zu orten – das heißt Natur hautnah zu erleben.

Zur Sicherheit lädt Matt ein Gewehr mit Betäubungspatronen. Wir „Greenhorns“ bekommen eine Einweisung wie wir uns zu verhalten haben: Alle Personen unserer kleinen Gruppe gehen hintereinander, sozusagen im „Gänsemarsch“. Matt vorn als erster und K.T. immer als letzter. Beide Ranger sind hoch konzentriert, beobachten das Geschehen um uns herum. Bei einer ungewöhnliche Situation oder sogar Gefahr sollen wir K.T.s Anweisungen befolgen. 

Etwas länger als eine Stunde sind wir unterwegs. Matt erzählt und zeigt uns viele interessante Dinge. Zum Beispiel:
Termitenhügel sind sehr komplexe Bauwerke. Ober- und unterirdisch ist ein weitläufigen Tunnelsystem angelegt. Darin befinden sich die Termiten-Nester. Das Baumaterial sind Erde, zerkautes Pflanzenmaterial, Kot und Speichel der Termiten zu einer festen Struktur verklebt. Ein ausgeklügeltes Belüftungssystem ermöglicht ein stabiles Klima im Innern.

Termitenhügel, Foto: © Michael Schulze

An einem Elefantenschädel-Skelett erklärt Matt, dass Elefanten in ihrem Leben sechs Zahnblocks haben, die vom Kiefer nachgeschoben werden. Jeder Block hält ca.15 Jahre. Im Alter fressen Elefanten nur noch weiche Pflanzen und Blätter um die Zähne zu schonen. Auch schleudern sie Grasbüschel, bevor sie im Maul verschwinden, erstmal kräftig, damit Erde und kleine Steine herausfliegen.

Ohne Zwischenfälle erreichen wir wieder unseren Safari-Jeep. Matt entlädt das Gewehr. Er hält die Patronenhülsen noch in der Hand, als ein einzelner Elefant nahe am Jeep vorbei geht, so dass wir unmöglich ins sichere Auto einsteigen können.

Fotos: © Michael Schulze

Wir bewegen uns nicht von der Stelle, bleiben ganz ruhig. Glück gehabt, der einsame Elefant interessiert sich nicht für uns.

K.T. entdeckt bei der Weiterfahrt einen Leoparden. Er oder sie versteckt sich unter einem Busch, kaum zu erkennen. Es ist ein junges weibliches Tier. Sie schleicht sich an eine Gruppe Impalas an, die aber die Gefahr rechtzeitig erkennen und weg sind sie. Aber wir haben einen Leoparden gesehen! In diesem Park eine Seltenheit.

Fotos: © Michael Schulze

Eine Elefantenherde kommt, wie im Dschungelbuch Colonel Hatty mit seiner Truppe, Richtung Wasserloch marschiert. Ein traumhaft schöner Anblick wie sie ins Wasser steigen, trinken, sich bespritzen. So etwas kann man nur in der freien Natur beobachten.

Fotos: © Michael Schulze

Weiter geht die Fahrt. Stop und Motor ausgeschaltet! Im Schatten ruhen sich ein paar erschöpfte Löwen-Könige aus und lecken ihre Blessuren. Geschützt im Dickicht relaxen vier Löwen-Damen ebenso auch fünf Löwenkinder. Ein Vorwitziges klettert, rutscht ab, landet auf seiner Mama. Das scheint ihr nicht zu gefallen. Ein anders Löwenbaby säugt an der Zitze seiner Mutter. Ein wundervolles Schauspiel!

Fotos: © Michael Schulze

Den Löwenkindergarten konnten wir sehr gut vom Jeep aus beobachten, aber für Fotos hätten wir die Idylle im Dickicht gestört, ein „no go“!

Mittagspause – Lunchtime im Camp

Splash Camp, Foto: Michael Schulze

Nach einem kurzen High Tea fahren wir zum Fluss, eine Boat-Tour steht an.

Ein sehr kleiner Vogel flitzt leichtfüßig über Seerosenblätter. Uns fallen die extrem langen Zehen und Krallen auf. Diese ermöglichen es diesem Wasservogel, so erklärt Matt, über Schwimmpflanzen mit schnellen großen Schritten zu rennen, natürlich zur Futtersuche.

K.T., auf dem Kahn ist er heute der Captain, entdeckt mit erfahrenem Tracker-Blick ein weiteres winziges, seltenes Vögelchen mit sehr schönem blauen Gefieder.

Es ist ein Haubenzwergfischer auch Malachitvogel genannt. Kaum gesehen, ist er blitzartig abgetaucht. Er ist ein sogenannter Stoßtaucher. Sein zu Hause sind stark bewachsene Gewässer.

Wir gleiten weiter auf einem natürlichen Kanal des Wasserlabyrinths, eine himmlische Ruhe. Plötzlich tauchen vier Hippos im  Wasser auf. Sie tauchen bis zu fünf Minuten. Ein Flusspferd hebt sich aus dem Wasser und schleudert eine große Fontaine in die Luft. Ein anderes steckt den Kopf mit weit geöffnetem Maul aus dem Wasser. Die hauerartigen Eckzähne im 150° aufgeklappten Maul sehen gefährlich aus. Die Flusspferde spielen und toben wie übermütige Teenager. 

Warum heißen diese schwerfälligen, unbehaarten Kolosse eigentlich Flusspferde? Sie haben keine Ähnlichkeit mit Pferden, sind mit ihnen auch nicht verwandt, obwohl sie zu den Paarhufern eingeordnet werden. Ihre Hauer ähneln denen von Schweinen, die sie als Pflanzenfresser nicht benutzen. Genetisch sind sie mit Walen verwandt. Viele Fragen! Diese zu klären, daran forschen Molekularbiologen. Glücklicherweise bieten die Nationalparks einen gewissen Schutz für diese bedrohte Tierart. Denn durch Bejagung und Lebensraumverlust ist der Bestand dieser Tierart sehr gefährdet.
Mit dem Anblick der spielenden Hippogruppe senkt sich die Sonne. „Sundowner“ auf dem Boot zusammen mit Matt und K.T., die Stimmung ist unglaublich!

Auf der Fahrt zurück gibt es noch traumhafte Blicke in den Sonnenuntergang zusammen mit der Landschaft.

Fotos: © Michael Schulze

Direkt bei der Einfahrt unserer Abzweigung steht noch ein Flusspferd und „glotzt“ uns an. Es scheint sich von uns zu verabschieden, taucht ab und verschwindet.

Auf der Rückfahrt ins Camp sehen wir einen Serval, ähnelt einer großen Katze. Leider ist es schon zu dunkel zum fotografieren.
Da das „Splash Camp“ ein privat geführtes Resort ist, haben unsere Guides die Erlaubnis jederzeit von den Wegen abzuweichen. Außerdem dürfen sie auch nach Sonnenuntergang zu Night-Drives unterwegs sein. Das ist in offiziellen Game Resorts nicht erlaubt. Diese Möglichkeit nutzen sie sehr verantwortungsvoll, immer nach der Devise „Schutz für den Lebensraum der Tiere, Sicherheit für die Menschen“.

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Letzte Tag im Okavango-Delta

Zum letzten Game Drive führen uns Matt und K.T. zu einem der vielen Kanäle, die der Okavango im Delta gebildet hat. Eine Stocker-Kahnfahrt steht an.

Fotos: © Michael Schulze


In zwei modernen Glasfaserbooten, früher waren es Einbäume aus Holz, werden wir von Matt und K.T. durch die Lagune gestakt. Es ist wunderschön, die Landschaft, die verzweigten Wasserwege, die Seerosen. Ein Frosch, winzig, mit Namen Sea-Leopard, was K.T. verschmitzt schmunzelnd bemerkt, fühlt sich auf Seerosenblättern und im Schilf wohl. 

Peter und Michael werden von K.T. feierlich mit einer Krone aus einem großem Blatt einer Waterlilie samt Blüte zu Delta-Kings gekrönt. Christina und ich bekommen eine Kette mit einer Wasserlilie.

Zeit Abschied zu nehmen mit einem letzten gemeinsamen Coffee-Break am Airstripe.

Wir hatten viel Spaß mit Matt und K.T., wir haben viel gelernt von Ihnen, viel über ihre Heimat Botswana erfahren, eine intensive, spannende Zeit miteinander verbracht, großer Dank dafür, ihr zwei sympathischen Ranger!

Das Flugzeug für das nächste Safari-Abenteuer steht bereit. Wir fliegen nach Pau Tan, ein weiteres Resort von Kwando Safari. Dieses befindet sich im Central Kalahari Game Reserve, einer der größten Nationalparks der Erde.

Airstripe Splash Camp Foto: © Michael Schulze