Teil 2: Cape Winelands und Garden Route

Von Cape Town nach Paarl

Mittagspause im Weingut Hidden Valley

Dieses Weingut am Ende eines Tals ist ein Geheimtipp, landschaftlich wunderschön gelegen, etwas abseits vom typischen Tourismus. Auf der Terrasse weht uns milde frische Luft um die Nase und wir blicken über ein weites Tal, inmitten ein See umgeben von Weinhängen. Auf der Terrasse stärken wir uns bei einer kleinen Weinprobe mit fünf Weinen und einer Käseplatte. Der anschließende Spaziergang lockt uns an den See. Auf dem See schwimmt eine Plattform mit Tischen und Stühlen, umgeben von Pflanzen, darin leben Wasservögel. Eine Idylle, ein Traum! Bei einem Kaffee genießen wir die Ruhe, lauschen den Geräuschen der Natur.

https://www.hiddenvalleywines.co.za/

Paarl

Unser nächstes Ziel ist das B&B „d’Olyfboom Guest House“ in Paarl. 

Die Fahrt geht weiter durch die Winelands von Südafrika und wir erreichen das historische Anwesen der Familie d’Olyfboom. Das sehr schöne B&B befindet sich am Talrand des Paarl Valley. Wir haben von den Terrassen unserer Suites eine traumhafte Aussicht über die Stadt, die zahlreichen Weinländereien bis zu den gegenüber liegenden Paarl Mountains. Dort befindet sich ein Nature Reserve mit einem großen Netz von Rundwegen für Autofahrer und Wanderer. Die Wege führen zu verschiedenen Aussichtspunkten, zu einem Stausee oder ins Tal.

Hinter dem Gästehaus befindet sich ein kleiner windgeschützter Pool mit einer kleinen Liegewiese zum entspannen. Liebevoll eingerichtete Zimmer mit ein paar Olivenzweigen dekoriert, heißen uns auf dem Anwesen d’Olyfboom willkommen.

©Fotos: Michael Schulze

https://dolyfboomfamilyestate.hotelonia.com/

Der Ort Paarl erstreckt sich mehrere Kilometer durch das Tal. Das bedeutet für uns zum Dinner geht’s per Auto in den Ort.

Peter, der beste „Restaurantfinder“, den wir kennen, hat wieder einmal das richtige Feeling. Das Restaurant „Noop“ – grandios!

Wir sitzen in der ersten Etage, da ist es nicht so laut wie im unteren Gastraum. Das Essen ist köstlich, halb so teuer wie in Deutschland, obwohl es zur gehobenen Kategorie gehört.

https://www.noop.co.za/

Ausflug nach Tulbagh

Beim Frühstück im B&B d’Olyfboom lernen wir ein nettes Paar aus Schwäbisch Hall kennen. Sie schwärmen von dem kleinen, historischen Ort Tulbagh. Dahin lohnt ein Ausflug. Wo genau liegt das bemerkenswerte Örtchen?

Im Tal des Little Berg River umgeben von der 2.200m hohen Gebirgskette Witzen Mountains erwartet uns ein idyllischer Ort, repräsentativ für südafrikanische Orte des 18. und 19. Jh.

Der Ort, 1700 gegründet, erhielt den Namen Roodezand. Seinen heutigen Namen hat er Ryk Tulbagh, Gouverneur der Kapkolonie von 1751-1771 zu verdanken. 

In Tulbagh wurde 1743 die erste Kirche, Oude Kerk, im südlichen Afrika erbaut. In dieser Zeit siedelten Holländer und Hugenotten um diese Kirche somit war die Stadtgründung vollzogen. 
Günstige natürliche Bedingungen, wie Klima, Wasser aus den Gebirgsbächen der Witzenbergkette, windgeschützte Tal-Lage sowie gute Bodenverhältnisse waren die Grundlage für den bis heute erfolgreichen Weinbau. Mit zunehmendem Obstanbau siedelten in dieser Gegend auch Engländer. 

Afrikaner, ein Orlam-Stamm, lies sich in der Nähe des Ortes nieder. Sie fanden Arbeit auf den Farmen der Buren sowie gute Jagdgründe in der umliegenden Gebirgslandschaft. Man vermutet, dass der spätere Name der Hauptstadt Namibias „Windhuk“ hier in der Groot Winterhoek Wilderness seinen sprachlichen Ursprung hat. Denn die ersten dauerhaften Bewohner Windhuks waren Afrikaner deren Häuptling Jonker Afrikaner 1790 in der Nähe von Tulbagh geboren wurde.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richter-Skala erschütterte 1969 diesen zwischen hohen Gebirgs-Pässen etwas abgelegene, friedlichen Ort. Unter abfallenden Ornamenten und Putz kam die ursprüngliche historische Bausubstanz wieder zum Vorschein. Somit entwarfen Historiker und Architekten ein Wiederaufbauprogramm. Ein geschlossenes Ensemble von Häusern im kapholländische Stil entstand.

Church Street in Tulbagh von Andrew Hall – Own work, CCBY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Heute können wir durch die  Denkmal geschützte Church Street schlendern, deren 32 Häuser ein einzigartiges Freilichtmuseum bilden. Die Oude Kerk ist Teil des Museumkomplexes. Das Earthquakes Museum informiert euch ausführlicher.

Einen Besichtigung der Weingüter Drostdy Hof, Twee Jonge, Gezellen und Theuniskraal heben wir uns für einen späteren Besuch in Südafrika auf.

Zurück nach Paarl führt die Fahrt über den Bain’s Kloof Pass. Eine schmale, aber ganz neue Straße mit sehr vielen Kurven verläuft, entlang an einem Gebirgsbach, in Passhöhe. Oben angekommen, werden wir durch wunderschöne Ausblicke ins Tal und in die Ebene von Paarl und Wellington belohnt. 

Zurück im B&B d’Olyfboom. Am morgen stand sie noch, die 300 Jahre alte Eiche. Jetzt war sie einfach umgekracht! Dabei war das Haus, das vor 250 Jahren um den Baum herum gebaut worden war, sehr stark beschädigt. Zum Glück war keine Person verletzt. In dem zum Teil hohlen Baum wohnten drei Bienenvölker. Ein Imker hat die drei Königinnen separiert. Die Bienen waren natürlich sehr aufgeregt und schwirrten herum. Wir bekamen Honig von den Besitzern geschenkt (nächstes Frühstück war gesichert), dafür schickte Michael Fotos vom Morgen, als die Eiche noch stand.

©Fotos: Michael Schulze

Franschhoek

Unser nächstes Ziel, Franschhoek!

Der Name erklärt sich von selbst. Franzosen sind sicherlich der Grund, warum der Ort Franzosenwinkel oder Franzosenecke genannt wurde. 

Ende des 17.Jh. gründeten ca. 200 Hugenotten die Stadt. Möglicherweise erinnerte sie die Landschaft an ihre Heimat der französischen Voralpen. Die Franzosen passten sich sehr schnell einer Gruppe niederländischer Siedler an und weniger als nach einer Generation wurde kaum noch französisch, sondern Afrikaans, die Sprache der Kapsiedler gesprochen. 

Die Winzer, der französischen Einwanderer erkannten früh die hervorragenden Bedingungen für den Weinbau. Bis heute hat sich von hieraus die Franschhoek-Weinroute, eines der wichtigsten Weinbaugebiete Südafrikas entwickelt. Heute erzeugen mehr als 20 Weingüter Spitzenweine. Wir haben es nicht geschafft diese alle zu besuchen.

©Fotos: Michael Schulze


Es ist Sonntag. Mitten im Ort lockt uns ein gut besuchter Markt. Kunst und Kitsch werden verkauft. Ein alternder DJ legt Platten mit Musik von 1960-1980 auf. Freunde und Familien treffen sich, um uns wuseln fröhliche Menschen jeder Hautfarbe.

Der freundliche, junge Mann verkauft Teller aus Keramik. Das besondere an diesen Tellern sind nicht nur die hübschen Motive, sondern die raue Oberfläche ist speziell zum Reiben von Knoblauch, Zitronenschale u.ä. geeignet, sehr praktisch.

Wir haben Durst. Der Markt grenzt an den Vorplatz der Kirche. Dort gibt es einen Stand von dem hübsche junge Frauen Champagner verkaufen, außerdem schattige Plätze zum sitzen. Was will man mehr? 

So gestärkt testen wir drei Weine im „Deux Lions“ plus Käseplatte, auch die Olivenprobe lässt keine Wünsche offen. Die Beratung bei Wein- und Olivenprobe kompetent und freundlich. Das Ambiente ist traumhaft, wir fühlen uns entspannt und verwöhnt.

https://deuxlions.za.com

Es geht wieder über einen Pass diesmal Richtung Hermanus.

©Foto: Michael Schulze

Hermanus

Vom Wein zum Wal. Nein es ist nicht die Jahreszeit zum Whale Watching. Auch außerhalb der Whale Whatching Zeit ist das Küstenstädtchen Hermanus sehenswert. Es liegt auf der Strecke der berühmten Garden Route zwischen Kapstadt und Mosselbay.

In Hermanus übernachten wir im „Pelagus Guesthouse“ , ein sehr gepflegtes Anwesen mit direktem Zugang zum Meer. Der ideale Startpunkt für den „Cliffwalk“.

https://www.pelagus.co.za

Wir lassen uns beim „Cliffwalk“ von der frischen Meeresbrise durchpusten.

©Fotos: Michael Schulze

Interessant sind der alte Hafen mit Walmuseum und den informativen Ausstellungen.

Bucht von Hermanus, ©Foto: Michael Schulze

De Hoop Nature Reserve

Die nächste Übernachtung ist die Tides River Lodge im De Hoop Nationalpark. Dort müssen wir uns selbst versorgen. Das Navi schlägt uns einen riesigen Umweg vor, diese Strecke wollen wir nicht fahren, außerdem brauchen wir einen Supermarkt. In Bredasdorp werden wir fündig. Filet und Gemüse für das Abendessen auf dem Grill, Obst, Nüsse und Jogurt für’s Frühstück sowie Wasser werden verstaut. Hinter Bredasdorp biegt eine Gravel-Road rechts ab. Die Richtung stimmt, das Navi will die Straße nicht. Wir fahren trotzdem in die richtige Richtung. Das Auto klappert heftig. Die Reifen halten tapfer durch. Nach ca. 40km hat sich auch das Navi mit der Straße angefreundet, wir sind auf dem richtigen Weg.

Kurz vor dem Ziel treffen wir auf eine kuriose Kneipe, die gleichzeitig Poststation ist. Es gibt keinen Kaffee, aber die Auskunft nach links bis zum Ende der Straße, dann rechts. Erstmal fahren wir falsch. Der richtige Weg ist auf den letzten Kilometern noch schlechter, es geht nur im 1. Gang. Dann endlich der Fluß und die Lodge.

©Fotos: Michael Schulze

Eine großzüge und gut ausgestattete Lodge, Grillplatz und entsprechend Holz, Veranda und Garten belohnt uns nach der staubigen Rüttelfahrt. Wir entspannen bei einem wunderschönen Blick auf den Fluß Breede. Um uns herum ist es unglaublich ruhig, nur Vogelgezwitscher ist zu hören, Natur pur – in the Middle of Nowhere.

Leider bleiben wir nur eine Nacht. Beim nächsten Südafrika-Trip werden wir für diese großartige Landschaft mehrere Tage einplanen, denn es gibt viel zu unternehmen und zu sehen. „Jewel of the Western Cape“ so wird auch der „De Hoop Nature Reserve“ genannt und ist immer noch ein Geheimtipp. Auf Grund der abgelegenen Lage, nur über eine Gravel-Road zu erreichen, sind wenige Touristen unterwegs.

Von tides river Lodge nach Wilderness

Die Fähre über den Fluss Tide kostet nichts. Die Schotterpisten allerdings begleiten uns noch eine Weile.

©Fotos: Michael Schulze

So erreichen wir Witsand. Dort direkt am Meer steht das „Anchorage“, ein Bungalow-Café-Restaurant. Sehr freundliche Bedienungen servieren uns Espresso und Waffeln. (Für Austern ist es noch zu früh am Tag.)

Weiter geht’s über perfekten Asphalt Richtung N2 über Riversdale nach Mossel Bay. Ein kurzer Stop und ein Erinnerungsfoto an unseren Besuch vom März 2020, schon fahren wir vier weiter nach Wilderness.

Wilderness

Beim Wort „Wilderness“ denken wir an das „Mes Amis Beach Guest House“, ein Traum. Es liegt oberhalb der Küste, eine Treppe führt direkt zum ca. 50m entfernten Strand. Vanessa und Paul, die Owner, begrüßen uns herzlichst mit Handschlag. Wir beziehen zwei Apartment mit Terrasse mit Blick zum Meer, nebeneinander. Perfekt!
https://www.mesamis.co.za

©Fotos: Michael Schulze

Alles, auch die Räumlichkeiten für Frühstück, Begegnungen und Gespräche sind wie die Apartments sehr geschmackvoll eingerichtet.

Ein ausgiebiger Strandspaziergang erfrischt nach der ruckelnden Fahrt über Gravel-Roads.

Zum Abendessen müssen wir in den Ort fahren. Wir haben kaum noch Benzin im Tank, ok, kein Problem die Tankstelle ist gleich gegenüber des Restaurants „llali“. Das Benzin ist gerade in der Tankstelle ausgegangen. Also gehen wir zum Abendessen in der Hoffnung, dass in der Zwischenzeit die Tanks wieder aufgefüllt werden.

Mes Amis Beach Guesthouse, ©Foto: Michael Schulze

Nächster Tag, Das Frühstück, köstlich! Vanessa und Paul haben nicht nur bei der Einrichtung einen guten Geschmack.

Wir beschließen einen entspannten Tag mit Strandspaziergängen, lesen u.ä. zu verbringen.


Abends geht es zu Fuß zum „Salina’s“ Beach Restaurant. Dort essen wir „Hake“ ein regionaler Fisch, gebraten, sehr lecker. Restaurant und den Fisch können wir euch unbedingt empfehlen. 
https://www.salinas.co.za

©Fotos: Michael Schulze

Nächster Tag, heute nicht mehr faul, sondern aktiv sein. Unser Ziel der „Kingfisher Trail“. Eine Wanderung entlang des Touw-River steht auf unserem Programm. Der Weg führt uns Fluss aufwärts.  

©Foto: Michael Schulze

Wir erreichen eine Überfahrt über den Fluss mit einem Floß. Dieses müssen wir selber ziehen, das macht Spaß.

Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir den Touw River Wasserfall.

Die großen Felsen, die den Wasserfall umgeben, laden zu einer Pause direkt am Wasser ein. Wir sind nicht allein dort. Wasserratten, menschliche natürlich, springen in das kühle Nass der Gumpen, die der Wasserfall füllt. Wir testen das Wasser nur mit den Füßen während wir eine kleine Vesperpause machen.

©Fotos: Michael Schulze

Plettenberg Bay

Wir übernachten im Guest House „Milkwood Manor“. 

Guest House „Milkwood Manor“, ©Foto: Michael Schulze

https://milkwoodmanor.co.za

Heute steht die Robberg, eine Halbinsel, die als Weltnaturerbe benannt ist, an. Unterschiedlich lange Trails laden zum Wandern durch eine wirklich beeindruckende Landschaft ein. Wir wandern zu einem Sandstrand mit vorgelagerter Halbinsel. Die Wellen sind zum Teil sehr hoch, die Strömung scheint heftig zu sein.

Trail zur Halbinsel „Robberg“, ©Fotos: Michael Schulze

Teilweise ist auch klettern angesagt, wieder andere Abschnitte sind mit Holzstegen gut erschlossen.

Unser Ziel, ein Traum-Sand-Strand! Durchatmen! Ein paar Yoga-Übungen! Die Wellen kitzeln unsere Füße! Dann zurück nach Plettenberg – Lunch-Time!

Lunch-Time im „Nineteen 89“ haben wir uns nach der Trailwanderung verdient, finden wir. Leckerstes Essen nach südafrikanischer Art im Gourmetrestaurant dazu eine Flasche „Bubbles“, Entspannung pur.
https://de.restaurantguru.com/Nineteen-89-Plett-Plettenberg-Bay#google_vignette

Tsitsikamma-Nationalpark

Nächster Tag, nächster Nationalpark, der Tsitsikamma-Nationalpark!

Die Fahrt führt von Plettenberg Bay ca. 40km auf der N2 zum Ziel am Ende der Garden Route. Der Eintritt in diesen Nationalpark ist recht teuer, 240 Rand pro Person. 

Bei Sonnenschein sind wir in Plettenberg gestartet. Hier ist es diesig und neblig. Die Ursache dafür sind die warmen Strömungen des Indischen Ozeans, milde Temperaturen und häufige Niederschläge. Nicht umsonst heißt „Tsitsikamma“ in der Sprache der früher hier lebenden Khoi-San „wasserreicher Platz“. Die Folge ist eine üppige, fast tropische Vegetation die vielen Tieren Nahrung und Schutz bietet.

©Foto: Michael Schulze

Wir freuen uns auf die nahezu tropische Vegetation in ihrer wilden Form, auf die Vogelwelt, hier soll der Knysna Louri, Wahrzeichen der Region leben, auf abenteuerlich schwankende Hängebrücken über den Storms River und tosende Brandungsbrecher. 

Christina und Peter waren vor einigen Jahren schon einmal hier, aber alles hat sich sehr verändert. Neue Bauten sind entstanden oder im entstehen. Viele Touristen sind unterwegs.

Ein Muss auch für uns, die Suspension Bridge.

Am Ende des Mouth Trail erreichen wir den Storms River Mouth, also die Flussmündung, eingeschlossen von zwei gigantischen Felswänden. Kanufahrer, Bootsfahrer und einige typisch-unangenehme Touristen bevölkern die Szene. Die Hängebrücke, die den Storms River überspannt, ist eine wackelige Angelegenheit. 25 Personen dürfen sich auf der Brücke bewegen. Uns kommt eine Gruppe ziemlich dicker Menschen entgegen und sie bewegen sich ungeschickt und rufen ängstlich „Hi und Ho“, weil es wackelt. Wir finden schaukeln cool, machen uns eher Gedanken über die maximale Belastung der Brücke 2.250 kg.

Storms River Mouth, ©Fotos: Michael Schulze
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Suspension Bridge, Tsitsikamma-Nationalpark

Auf der anderen Seite am Ufer auf großen Steinen sitzend wirkt das Geräusch der zurück rollenden Brandung, die frische Meeresbrise trotz der vielen Wanderer entspannend auf uns.

Suspension Bridge, ©Foto: Michael Schulze
Blick vom Mouth-Trail, Foto: Michael Schulze

Nach dem Rückweg suchen wir einen weniger bevölkerten Wanderweg und finden in entgegengesetzter Richtung eine landschaftlich schöne Tour direkt an der Küste entlang, ein bisschen klettern über viele Felsen. Es ist der Waterfall Trail und gleichzeitig der Anfang des Otter Trails. Da leider die Zeit nicht mehr reicht bis zum Tweeriviere River zu krackseln, der 50m in die Tiefe fällt und in einem natürlichen Pool aufgefangen wird, gehen wir die Strecke wieder zurück. Eigentlich schade, aber trotzdem haben wir einen ersten Eindruck gewonnen.

©Fotos: Michael Schulze

Robertson

Weiter geht’s auf der N2 über Swellendam nach Robertson.

©Foto: Michael Schulze

Ein Stop in Swellendam ist für uns auf jeden Fall erforderlich. Hier hatten wir im März 2020 in der Swellendam Country Lodge ein paar sehr angenehme Tage verbracht. Die Erinnerungen an die Zeit der Pandemie sind uns sofort gegenwärtig. Wie viel entspannter, dennoch rücksichtsvoll und umsichtig sind die Südafrikaner mit der damaligen Situation umgegangen. Nicht vergleichbar mit der Unsicherheit, mitunter Panik die wir später in Deutschland erlebten.

Jetzt verwirklichen wir die Besichtigungen, die wir vor drei Jahren wegen der Schließungen öffentlicher Gebäude nicht ausführen konnten.

https://www.sisyphusfernweh.de/2020/suedafrika-und-botswana-geplant-vom-14-

Vor drei Jahren noch nicht entdeckt, jetzt eine Offenbarung, das „La Belle Alliance“ in Swellendam. Wir sitzen in einem leicht verwunschenen Garten zum Lunch.

Nachdem wir köstlich gegessen haben und beim Café verweilen, kommen wir ins Gespräch mit der sehr netten und pfiffigen Bedienung. Sie erzählt uns vom gegenwärtigen Alltag in Südafrika. Sie ist stolz Südafrikanerin zu sein, auch, dass sie zu der Bevölkerungsschicht „ Coloured People“ gehört. Auf Ämtern gibt es immer noch die Einstufung weiß, coloured oder black. Sie als „Coloured People“ erfährt keine Diskriminierung. Sie und ihre Kinder haben alle Chancen für Bildung und Beruf, aber Black People haben es schwerer. Ein großes Problem ihrer Meinung, sind viele Saisonarbeiter mit geringerer Bildung z.B. aus Simbabwe kommend (sehr dunkelhäutige Menschen), die in Südafrika von z.B. großen Konservenfabriken angelockt werden. Nach der Ernte-Saison wollen sie nicht wieder zurück. Dann schlagen sie sich irgendwie ohne Arbeit durch…

La Belle Alliance, Swellendam, ©Foto: Michael Schulze

Sie erzählt noch eine Weile, beantwortet unsere vielen neugierigen Fragen, aber wir wollen noch weiter nach Robertson. Es ist nicht mehr weit. Durch eine sehr schöne Landschaft auf der R60 fahren wir durch das fruchtbare Robertson-Tal. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft mit Wein- und Obstanbau sowie Pferdezucht. Wir sind wieder mittendrin in einer der größten weinproduzierenden Regionen Südafrikas im Distrikt Cape Winelands.

Ankunft in Robertson

Luc und Hilde, 2005 aus Belgien ausgewandert, betreiben das „Bellinderry“ The Robertson Guest House. Hier haben wir, als wir in Deutschland unsere Reise planten, zwei Zimmer gebucht. 

©Foto: Michael Schulze

Ein sehr geschmackvoll eingerichtes B&B. Sieben komfortable Zimmer, ein sehr schöner Garten mit Pool, in dem Michael und Peter gleich abtauchen.

©Fotos: Michael Schulze

Christina und ich relaxen mit einem Glas Weißwein. Im großen Getränkekühlschrank gibt es eine vielseitige Auswahl an Erfrischungen. Luc und Hilde sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit.

Abends gehen wir ins „Four Cousins“, ein modernes, riesiges Lokal mit entsprechender Lautstärke. Frühlingsrollen und Pizza sind sehr gut, der Wein ein Shiraz aus Robertson ist sehr lecker.

Das Symbol des Restaurants sind die Silhouetten von vier Männern, vier Cousins!

Restaurant „Four Cousins“, Robertson, ©Foto: Michael Schulze

Der letzte Tag in Südafrika beginnt mit einem sehr guten Frühstück bei Luc und Hilde.
Die Bilder im Netz versprechen nichts Falsches. Schaut Euch doch bitte mal auf dieser Seite alles an:

https://www.ballinderryguesthouse.com

Einchecken der Flüge ab Kapstadt nach Maun, ein Gläschen Sekt zum Abschied und auf in Richtung Hugenotten-Tunnel. Die Maut, übrigens überall in SA wird automatisch abgebucht und per Kreditkarte verrechnet.

In Stellenbosch im Weingut „Simonsig“ gönnen wir uns zum Lunch eine kleine Weinprobe mit sechs Weinen. Der Sekt aus der Kellerei ist sehr gut, die Weißweine ok. und die Rotweine bestens. Der französische Hugenotte Jacques Malan hat 1688 hier den Grundstock des Weinanbaus für seine Familie gelegt. Heute noch ist dieses Weingut in den Händen der Familie. Die drei Malan-Brüder führen ein stolzes Erbe mit fortschrittlichen Methoden und großer Leidenschaft fort.

Stellenbosch Weberburg Estate

Unsere letzte Übernachtung hatten wir in Stellenbosch Weberburg Estate gebucht.

Sicherheitshalber rufen wir dort an, um einen Platz im Restaurant fürs Dinner zu reservieren. Die Dame am Telefon teilt uns mit:“ Es gibt kein Essen, auch nicht für Hausgäste, das Restaurant schließt um 17.00 Uhr“! Wir fahren zum Weberburg Estate. Die Reservierung für vier Personen ist bestätigt, aber irgend etwas ist merkwürdig, wir müssen warten, warten, warten, warten ehe wir ein altes, lieblos und ungepflegtes Quartier zu gewiesen bekommen. Frühstück für den nächsten morgen? Breakfast what that? 

Mit Müh und Not finden wir einen Platz im „Bossa“ in Stellenbosch, laut, voll, Videowall. Fußball. Englische Premium-Leaque Manchester gegen Liverpool. Das essende und trinkende sehr laute Fußballpublikum, der absolute Horror für Michael! Ausgesöhnt durch ein Filetsteak und Gemüse und eigentlich doch fröhlich, harmlos-feiernde Fußballfans gehören wir ein bisschen dazu. Christina ist happy Kloppis Mannschaft gewinnt 7:0.

https://bossagoodtimes.com

Weberburg Estate, ©Foto: Michael Schulze

Zurück in unserem Dreckloch, das Regenwasser hatte sich schon einen kleinen Fluß durchs Wohnzimmer gebahnt, entdecken wir das Frühstück für den nächsten Morgen. In Papiertüten unzumutbare Sandwichs und ich weiß nicht mehr, was noch ungenießbar, unansehnlich in den Tüten moderte. 

Webersburg Estate, das einzige schlechte Erlebnis auf unsere Tour durch die Kapregion. Schade!

Cape Town Airport

Airport, Cape Town

Am nächsten Morgen sitzen wir pünktlich im Flugzeug nach Maun, Hauptstadt des North West District im nördlichen Botswana. Wollt Ihr wissen, was wir dort gesehen und erlebt haben?

©Fotos: Michael Schulze

Dann schaut in unseren nächsten Blogbeitrag. Soviel verrate ich schon mal: Wir nehmen Euch mit auf eine spektakuläre Safari ins Okavango-Delta!