Nach drei Jahren Pandemie war es wieder soweit. Reisen in ferne Länder sind wieder möglich.

Diese Reise hatten Christina, Peter, Michael und ich schon einmal geplant und organisiert für den Zeitraum 14.03.2020 bis 05.04.2020. Ihr erinnert Euch? März – April 2020 erfasste die erste Infektionswelle der Atemwegserkrankung Covid-19 die Welt. Tägliche Nachrichten brachten „wenig Licht in den Tunnel“ des Tohuwabohus. 

Welche Entscheidung haben wir im März 2020 getroffen?
Wir konnten am 15.03.2020 wie geplant nach Kapstadt fliegen. 

Wie haben wir Land und Leute in Südafrika erlebt? 

Wie ist unsere Reise vom 14.03.2020 bis 05.04.2020 verlaufen?

Das könnt ihr gern in meinem Blog-Beitrag „Südafrika und Botswana geplant vom vom 14.03.2020 – 05.04.2020“ nachlesen.

https://www.sisyphusfernweh.de/2020/suedafrika-und-botswana-geplant-vom-14-03-20-bis-05-04-20/

Damals hatten wir noch die Hoffnung, ein Jahr später das Versäumte nachzuholen. 2021 wieder neugierig andere Länder und Kulturen kennen zu lernen? Das Virus war anderer Meinung. Die Zeit der Pandemie hat so manche Veränderung im Denken und Handeln der Menschen gefordert.

In unseren Blog-Beiträgen vom 20.05.2020 bis 27.02.2024 zeigen euch Michaels Bilder und ich erzähle euch, dass auch während der Pandemie Ausflüge und Besuche möglich waren. Administrative Lockerungen und länderspezifische Bestimmungen haben wir immer berücksichtigt.

Drei Jahre später am 5. Mai 2023 hob die WHO den „internationalen Gesundheitsnotstand“ auf.

Zitat: Im Januar 2023 einigten sich 19 Wissenschaftler in Deutschland auf die Erklärung: “Das Jahr 2023 könnte (…) das Jahr werden, in dem SARS-CoV-2 zwar nicht verschwindet, aber in einer aufgeklärten, breit immunisierten Gesellschaft nur noch koexistiert – als ein weitgehend nicht tödlicher Atemwegserreger unter vielen.“

Der Zeitpunkt ist gekommen: 19.02.2023 bis 14.03.2023
 Cape-Region, Okavango-Delta und Victoria-Falls

Flug Zürich – Cape Town
©Foto: Michael Schulze

Teil 1: Kapstadt – ein Déjà-vu

Unser Ziel, das „Cape Heritage Hotel“ in der Bree-Street im Zentrum von Kapstadt, erreichen wir morgens nach dem Nachtflug. Wie sieht das Hotel heute aus? Welche Mitarbeiter sind dort noch beschäftigt?

Die Managerin erkennt uns wieder, umarmt uns herzlich. Die komplette Mannschaft von 2020, alle Coloured Südafrikaner, konnten während der Pandemie, als das Hotel geschlossen war, weiter beschäftigt werden. Es gab immer Aufgaben für jeden, sei es von zu Hause oder zwei bis dreimal pro Woche im Hotel, so erzählt die Managerin, auch gab es staatliche Hilfen. Koch, Kellner, Rezeptionisten freuen sich, genau wie wir. Wir alle haben die Pandemie gesund überstanden. Die Wiedersehensfreude ist riesig, die Umarmungen sind endlos.

Das Haus, mit Fluren, Zimmern und Bädern sowie der Innenhof sind nach wie vor geschmackvoll, gepflegt eingerichtet. Das familiäre Flair wie gehabt. Wir fühlen uns sogleich wieder wie zu Hause.

©Foto: Michael Schulze

 https://www.capeheritage.co.za

Am späten Nachmittag fahren wir nach Camps Bay. Strandspaziergang mit frischer Atlantikluft, dann lecker essen und trinken, so ist unsere Wunschvorstellung. Es stürmt, das Meer schäumt, einige Mutige schwimmen. Wir lassen uns nur „durchpusten“. Oh, essen gehen wird schwierig. Im Gegensatz zu 2020 sind jetzt deutlich mehr Menschen unterwegs. Die Restaurants ausgebucht und voll besetzt. 

©Fotos: Michael Schulze

Also grüßen wir die 12 Apostel, eine Bergkette in Verlängerung des Tafelbergs und fahren Richtung Hout Bay. Auf der Veranda des alten ehrwürdig schönen „Chapmans Peak Hotel“ finden wir Platz. Der erste Abend beginnt mit leckerem Essen und köstlichem Wein.

http://www.chapmanspeakhotel.co.za


Am nächsten Morgen frühstücken wir ausgeruht an der frischen Luft im Innenhof des Cape Heritage Hotel „Eggs Benedict“. Ein Muss, weil sie hier „soooo schmackefatz“ sind.

MOCAa – Museum

Vom Hotel gehen wir zu Fuß zur Victoria & Albert Waterfront, kurz: V&A Waterfront. Unser Ziel, das Zeitz MOCAA – Museum of Contemporary Art Africa. Vor drei Jahren war es Corona bedingt geschlossen. Die Eintrittskarten konnten wir diesmal während des Frühstücks online buchen. Der Besuch hat sich gelohnt.

©Fotos: Michael Schulze


Vom spektakulären Treppenhaus erkunden wir die unterschiedlichen Ausstellungsräume.

Mary Evans: „I believe in the power of the pictographic visuell language.“

©Fotos: Michael Schulze

Sehr beeindruckend, die aus Plätzchen-Teig gebackenen Figuren. Die unterschiedliche Bräunung symbolisiert die verschiedenen Menschen, die als Sklaven entführt wurden. Die Anordnung zeigt, dass sie auf engstem Raum im Bug der Schiffe aus ihrer Heimat transportiert wurden.

©Fotos: Michael Schulze

Das Zeitz Mocaa, ist das Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst. Der Kunstsammler Jochen Zeitz, Namensgeber und Initiator, gab in öffentlich-privater Partnerschaft den Bau dieses Museums in Auftrag. Ein 57 Meter hoher Getreidesilo aus dem Jahre 1921, heute nicht mehr genutzt, wurde umgebaut und 2017 eröffnet. Die äußere Form des Betonbaus blieb weitgehend erhalten. Zum quaderförmigen, höheren Teil des Gebäudes wurden 42 ehemalige kleinere Getreidespeicher integriert.

©Fotos: Michael Schulze

Neun Stockwerke hoch könnt ihr mit dem Elevator fahren oder die Sportlichen laufen durchs Treppenhaus. 6000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 18 Unterrichtsräume, ein Skulpturengarten auf dem niedrigeren Teil des Daches sowie Restaurant und ein Laden erwarten euch. Der höhere Teil des Gebäudes „The Silo Hotel“ ist ein Luxushotel.

Die leicht konvexen Glaspaneele an der Außenwand oberhalb der Ebene des Dachgartens reflektieren nachts die Lichter der Waterfront wie ein „Signalfeuer“.

https://zeitzmocaa.museum/?v=5f02f0889301

Der Tafelberg – Symbol für Freiheit 

… gehört zu den sieben Weltwundern der Natur.

©Fotos: Michael Schulze

Das Wetter ist klar, windig und kühl. Der Tafelberg, das Wahrzeichen Kapstadts thront frei ohne die „berühmte Tischdecke“ aus Wolken über Stadt und Bucht. Wie wär’s mit einem Besuch dort oben? Die Befürchtung, dass die Seilbahn wegen Sturms nicht fahren kann, bewahrheitet sich nicht. Bei hervorragender Sicht erleben wir eine spektakuläre Fahrt in der sich um 360° drehenden Gondel.

©Foto: MIchael Schulze

Wir schweben drehend nach oben Richtung Tafelberg. Der Blick von über 1000m Höhe auf die Bucht von Kapstadt ist grandios.

Der Tafelberg ist, wie der Name sagt, eine lang gestreckte Gesteinsplatte, wie ein Tisch geformt. Mit niedrigen Pflanzen bewachsen, durchziehen Wanderwege das Plateau. Zu beiden Seiten des Bergkamms eröffnen uns interessante Blicke über Stadt und Landschaft, geben uns Orientierung und einen Überblick. Unverkennbar sind die umliegende Berge Devil´s Peak, Lion´s Head, Signal Hill und die Bergkette Zwölf Apostel. Die Sicht ist hervorragend, sogar das „Kap der Guten Hoffnung“ ist von hier oben zu sehen sowie der tiefblaue Atlantik.

Table Bay, Atlantik, Kap-Halbinsel, Foto: Michael Schulze

Zwischen den Wanderwegen bestaunen wir die vielfältige Pflanzenwelt. Forscher haben rund 1.400 Arten bestimmt. In ganz Großbritannien gibt es nicht so viele.

Hier oben wächst auch die Nationalblume Südafrikas, die Königsprotea mit ihren silbrig schimmernden roten, weißen und gelben Blütenblättern. Sie wird, wie über 100 Proteaarten und viele Erikagewächse auch dem Fynbos, Feinbusch, zugeordnet.

Der Sonnenuntergang naht.

Da suchen wir uns doch einen schönen Platz mit guter Sicht und einem Glas südafrikanischen Sekt.

©Fotos: Michael Schulze

Nehmen wir eine der Wanderrouten abwärts vom Gipfel? Oh, zwischen drei und fünf Stunden müssen wir einplanen. Ein sportliches Unterfangen, für das es nach dem Sonnenuntergang definitiv zu spät ist. Also doch die Seilbahn «Table Mountain Aerial Cableway», diese bringt uns in sieben Minuten wieder nach unten.

http://www.tablemountain.net

Robben Island

Robben Island als Gefängnis-Insel bekannt, ist seit 1997 Natur- und Nationaldenkmal und seit 1999 UNESCO-Kulturerbe. Das frühere Gefängnis, in dem der wohl bekannteste Häftling Südafrikas, Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte in Einzelhaft verbringen musste, ist heute ein Museum.

Die tragische Geschichte dieser Insel hat eine lange Tradition. Die Entfernung zum Land und die kalte, gefährliche Strömung des Benguela-Stroms aus dem Südatlantik, machten jegliche Fluchtversuche unmöglich. So wurde die Insel schon im 17. Jahrhundert als Sträflingsinsel genutzt. Wie viele Menschen haben hier ein trauriges Schicksal erleben müssen?

Blick von Robben Island zum Symbol der Freiheit „Table Mountain“, ©Foto: Michael Schulze

Bis ins 20. Jahrhundert befand sich auf der Insel ein Lager für Leprakranke, die in isolierten Dörfern lebten.

Robben Island diente von 1939 bis 1961 als Militärbasis, dann wurde es wieder zur Gefangeneninsel. Das traurige Kapitel der Apartheid dauerte für politische Gefangene bis 1991.

Wir fahren per Fährschiff von der Victoria & Albert Waterfront in Kapstadt zur Insel Robben Island. An der Ostseite der Insel im Murray’s Bay Harbour angekommen, werden alle Besucher auf Busse verteilt. 

©Fotos: Michael Schulze

Die Fahrt geht vorbei an Hütten in denen früher scharfe Schäferhunde untergebracht waren, später die Häftlinge. Ein Guide erklärt uns während der Tour die Örtlichkeiten. Wir erfahren, hier auf der Insel wurde schon seit dem 17.Jh. in den Steinbrüchen Schiefer als gutes Baumaterial abgebaut. Sträflingsarbeit unter brutalen Bedingungen!

Gefängnis Robben Island, ©Foto: Michael Schulze

Die Busfahrt verläuft weiter vorbei am Friedhof der internierten Leprakranken. Noch heute erhalten ist die „Church of the Good Shepherd“. Die Kirche wurde von den hier internierten Leprakranken1895 mit selbstgebrochenem Schiefer erbaut. 

©Fotos: Michael Schulze

Wir fahren durch eine Siedlung. Ein Teil der Siedlung wurde „Irish Town“ genannt, weil viele Krankenpfleger aus Irland kamen. Aber auch Inselverwaltung, Krankenstation, Schule und Geschäfte für tägliche Dinge der Inselbewohner sowie Wohnungen für das Gefängnispersonal wurden auf der Insel benötigt, so entstand eine kleine Ortschaft.  

Ein Blick zur Seite und wir entdecken einen Leuchtturm. Dieser wurde nach zahlreichen Schiffbrüchen 1865 auf dem damaligen „Fire Hill“ erbaut. 

Der Guide erzählt uns vom Besuch des Präsidenten Clinton und seiner Frau.

Frau Clinton schenkte der Insel einen neuen Bus. Das war sicherlich eine gute Idee bei dem großen Andrang an Touristen und den wenigen, alten Bussen. Der neue Bus wurde mit einem Hubschrauber zur Insel gebracht, fiel  jedoch während des Transports ins Meer. Die Versicherung zahlte nicht, die Antwort: „Busse sind zum Fahren da, nicht zum Fliegen!“

Unsere Bustour fällt zum Glück nicht ins Wasser, sondern endet an einem Aussichtspunkt gegenüber von Kapstadt mit einem schönen Blick auf die Stadt und den Tafelberg. Dieser Blick, und wir können ein wenig verstehen, warum der Tafelberg für viele, die hier unfreiwillig leben, nein vegetieren mussten, zum Symbol für Freiheit wurde. Freiheit nur wenige Kilometer entfernt, dennoch in weiter Ferne – das ist heute endgültig vorbei.

©Foto: Michael Schulze

Das Museum – ehemaliges Apartheid-Gefängnis

Leicht zeitversetzt erreichen die Busse den Parkplatz vor dem Museum. Mehrere Guides nehmen die Fahrgäste unterschiedlicher Nationalitäten in Empfang. Unsere Gruppe führt ein ehemaliger Gefangener durch die Räume, er erklärt auf englisch. Sein persönliches Schicksal berührt. Als Jugendlicher, also minderjährig wurde er hier mehrere Jahre interniert. 60 bis 70 Personen in einer Zelle. Schwere körperliche Arbeit im Steinbruch, minderwertiges, unzureichendes Essen, wenig Schlaf auf eiskaltem Steinfußboden auf Millimeter dünnen Sisalmatten, keine Decken, keine Wechselkleidung, mangelnde Hygiene, Fenster ohne Scheiben, so dass eiskalter Wind und Regen in den riesigen Schlafsaal jederzeit eindrangen, körperliche Züchtigungen und Misshandlungen, keine vernünftige Versorgung von Kranken und Verletzten haben auch bei ihm bleibende Spuren hinterlassen. Nicht sichtbare Verletzungen im Gesicht haben zu einer merkwürdigen Aussprache und Tonlage geführt. Wir hatten Mühe ihn zu verstehen. 

©Fotos: Michael Schulze

Nelson Mandela, der Mann aus dem Stamme der Xhosa

Zentrales Thema ist hier selbstverständlich das Leben und Wirken von Nelson Mandela. Die Zelle in der er fast zwei Jahrzehnte verbrachte, besucht jeder Besucher, wir auch. Uns interessiert: Wie hat er unter diesen Bedingungen gegen die Apartheid und für Menschenrechte weiter gekämpft? Woher hat er die Kraft genommen? Wodurch konnte er seinen Mitgefangenen Mut und Zuversicht, auch das Gefühl des Zusammenhalts geben? 

Mandela fand einen Weg einen kleinen Garten anzulegen. Auf einem winzigen Stück Land pflegte er Pflanzen. Trotz Gefangenschaft gab ihm der Anbau von Pflanzen ein Gefühl von Freiheit und Kontrolle über sein eigenes Leben. Die Pflanzen wurden zu einer Metapher für Freiheit und Widerstand, für Träume und Hoffnungen nach einer besseren Zukunft. Für Mandela wurde der Garten zum Zufluchtsort und Quelle innerer Stärke. Hier konnte er seine Gedanken sammeln und sich mit der Natur verbinden. 

Auch für seine Mitgefangenen war der kleine Garten von großer Bedeutung. Die gemeinsame Arbeit, z.B.: auch das Teilen der Ernte, schuf eine Gemeinschaft, in der Solidarität und Zusammenhalt immer stärker wurden, den widrigen Bedingungen im Gefängnis zu strotzen.

Aufzeichnungen, Briefe, Berichte von Gefangenen auch von Nelson Mandela haben über den Garten durch ehemalige Inhaftierte die „Freiheit“ erlangt. Damit erhielten Familienangehörige und die Weltöffentlichkeit wichtige Informationen.

Der Garten wurde Symbol und Ort der Freiheit und des Widerstands.

Friedlich, unermüdlicher Kampf

Nelson Mandela, Walter Sisulu, Govan Mbeki und vier andere ANC-Führer wurden, im Rivonia-Prozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt, als hochrangige politische Gefangene auf die Gefängnisinsel Robben Island gebracht. Sie wurden fernab der anderen Häftlinge auf der Isolierstation in Einzelzellen gesperrt. Keine Zeitungen, kein Radio, Briefe bis zur Unlesbarkeit zensiert, Besuche alle sechs Monate erlaubt … Statt zu resignieren, kämpfte Mandela für die Rechte der Häftlinge. Durch höfliches und freundliches Verhalten den Wärtern gegenüber, verschaffte er sich Respekt und wurde gehört. So verhandelte er hartnäckig um bessere Arbeitsbedingungen, das Recht auf Zeitungen und Besuchergenehmigungen. Über die Jahre konnte er beachtliche Verbesserungen durchsetzen: besseres Essen, bessere Kleidung, den kleinen Garten, das Recht auf Sport und auf Bildung. 

Trotz Isolierung fanden die Inhaftierten Möglichkeiten sich auszutauschen, bei der Arbeit, über Toiletten, durch Küchenpersonal, das sich bereitwillig bestechen lies. So wurden regelmäßig Informationen durchs Gefängnis geschleust, aber auch Nachrichten von außen gelangten über diese Wege hinter die Gefängnismauern.

Bildung als Waffe

Das erklärte Ziel: Die Haftbedingungen zu verbessern. Welche Möglichkeiten nutzte Mandela dafür? Hilfreich für ihn war die Nähe zu seinen politischen Weggefährten, vor allem Walter Sisulu, später stellvertretender Präsident des ANC. “Der größte Fehler der Behörden war, uns zusammen zu lassen. Was immer wir lernten, was immer wir erfuhren, wir teilten es miteinander und indem wir es miteinander teilten, vervielfachten wir, was immer wir an individuellen Mut besaßen.“

Nachdem ab 1966 Häftlinge bei der Arbeit im Steinbruch ungestört miteinander reden konnten, wurden z.B.: aus anfangs formlosen und strengstens verbotenem Geschichtsunterricht ein zweijähriger Studienkurs.

Mandela und seine Weggefährten setzen über die Jahre bei der Gefängnisleitung durch, dass etliche Gefangene schließlich ganz legal studieren konnten. Tagsüber schufteten sie im Steinbruch und abends büffelten sie für die unterschiedlichsten Fernstudien. So legte auch Mandela unter Haftbedingungen sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Robben Island wurde als „Knast-Uni“ bekannt.

Im Februar 1990 wurde Nelson Mandela aus der Gefangenschaft entlassen. Das Ende der südafrikanischen Apartheid war besiegelt. Jahrzehnte hatte er für Freiheit, gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit gekämpft, davon 27 Jahre in Haft. Er fand eine auf das bitterste zerrissene Gesellschaft vor. Von 1994-1999 war er der erste Präsident seines Landes. Seine herausragenden politischen und moralischen Leistungen machten ihn zum wichtigsten Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einer funktionierenden Demokratie in Südafrika. Dafür erhielt er 1993 den Friedensnobelpreis.

Abschied Von Kapstadt

Halt, ohne Besuch auf einen afrikanischen Markt, kann vor allem Michael die Stadt nicht verlassen.

©Fotos: Michael Schulze



Herzliche Verabschiedung von den lieben Menschen des „Cape Heritage Hotel“ mit dem Versprechen spätestens in zwei Jahren wieder zu kommen.

Ehe wir Kapstadt verlassen, besuchen wir das wunderschöne, viktorianische Haus Rose Cottage in der Hastingsstreet. Dort haben wir 2020 während des Lockdown gewohnt, einmalige Erinnerungen. 

©Fotos: Michael Schulze

https://www.sisyphusfernweh.de/2020/suedafrika-und-botswana-geplant-vom-14-03-20-bis-05-04-20/