Gern nehmen wir euch mit in das kulturelle Dreieck. Festungen, Tanks, Stupas und Tempel sind beeindruckende Zeugen der Vergangenheit. Anmutige Wolkenmädchen als Felsenmalerei vor 1.500 Jahren verewigt, bringen uns zum Staunen.

Fotos: Michael Schulze

Wir wollen nicht ganz unvorbereitet die historischen Stätten aufsuchen, wollen in Ruhe Legenden und Geschichten lesen, um später beim Schauen und Staunen möglichst viel zu verstehen. Was gibt es da Schöneres als in Jim´s Farm Villas zu entspannen? 

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Fotos: Michael Schulze

Im Herzen des Kulturdreiecks inmitten von bewaldeten Hügeln nahe Matale befindet sich diese fantastische Öko-Farm (Pallepola, Central Province). 

Fotos: Michael Schulze

Nach einem imposanten Rundgang über das Farmgelände mit Erklärungen zur Pflanzen- und Tierwelt relaxen wir am Pool. Auf den Terrassen unseres traumhaften Zimmers weht uns ein sanfter Wind um die Nasen, die wir in Bücher über die versunkenen Königsstädte stecken. Die altsinghalesischen Königreiche von 500 v. Chr. bis zur Kolonialzeit ziehen uns in ihren Bann. In den nächsten Tagen werden wir einen realen Eindruck von dem erhalten, was Menschen schon vor über 2.000 Jahren geschaffen haben.

Fotos: Michael Schulze

Anuradhapura-Periode von 380 v. Chr.-1017 n. Chr.

Auf der Fahrt sehen wir die noch heute genutzte Bewässerungstechnik der ersten indoarischen Einwanderer, die aus dem Norden Indiens kamen und der Legende nach die Löwenmenschen, Singhalesen, sind.

Etwa gleichzeitig wanderten aus Südindien Drawiden, die Vorfahren der Tamilen auf die Insel.

In den Regenzeiten mussten die Regenmengen aufgefangen und gespeichert werden, um einen ganzjährigen Feldanbau zu gewährleisten. Es wurden große Wasserreservoirs in Erdmulden angelegt, die sogenannten „Tanks“. Der älteste heute noch intakte Stausee, Basawak Kulama, wurde 430 v. Ch. in Anuradhapura, der damaligen Königsstadt errichtet. Von den Tanks aus wurden Bewässerungskanäle zu den Felder und Behausungen angelegt. 

Auch in späteren Epochen verwirklichten die Menschen gewaltige Wasserprojekte. So lies König Mahasena (277-304 n. Chr.) 16 Stauseen und vier Kanäle errichten. In dieser Zeit des Aufbaus kam es immer wieder zu feindlichen Übergriffen der Tamilen. König Mahasena verlor die Herrschaft über sein Königreich. 150 Jahre herrschten Tamilische Könige.

Im 5 Jh. n. Chr. konnte König Dhatusena die Widersacher verdrängen und lies den noch heute genutzten Wasserspender der Stadt Anuradhapura und den 80 km langen Jaya-Ganga-Kanal ausheben. Diese gigantischen Bauten zeugen von hoher Ingenieurs- und Organisationskunst, auch von straffer Staatsführung. Fachkräfte kamen ins Land und der Nahrungsbedarf der wachsenden Bevölkerung wurde gesichert. Reichtum und Wohlstand wuchsen, auch erhöhten sich die Steuereinnahmen der Herrscher. Aber das erregte bei beutegierigen Nachbarn Missgunst. Außerdem wurden die Aufbauarbeiten immer wieder durch Thronstreitigkeiten gefährdet. Intrigen und Morde führten zu Bürgerkriegen und zur Schwächung der Königreiche.


Anuradhapura hatte sich unter singhalesischen sowie tamilische Königen zum Zentrum Sri Lankas entwickelt und wurde Hauptstadt. So wird die Epoche zwischen 380 v. Chr.-1017 n. Chr. „Anuradhapura-Periode“ genannt.

Sigiriya, Festung auf dem Granitfelsen

Relevant für die Thronstreitigkeiten ist folgendes Thronfolge-Drama:

Prinz Kassapa, Sohn von König Dhatusena und einer Nebenfrau trachtete nach dem Thron, jedoch sein Halbbruder Mogallana war der rechtmäßige Thronerbe. Prinz Kassapa ermordete seinen Vater, Prinz Mogallana entkam dem Mordanschlag seines Halbbruders Prinz Kassapa. Aus Angst vor der Rache seines Halbbruders baute sich der unrechtmäßige König Kassapa I. (473-491 n. Chr.) die Festung Sigiriya, hoch auf einen Felsen, einem Adlerhorst gleich. Mogallana kehrte aus seinem indischen Exil mit einer Armee zurück und es kam zur Schlacht. Angesichts der Aussichtslosigkeit des Verlaufs tötete Kassapa sich selbst.

König Mogallana machte Anuradhapura wieder zur Hauptstadt.

Fotos: Michael Schulze

Sigiriya wurde 1982 UNESCO-Weltkulturerbe

Wir waren beeindruckt von dieser Festungsanlage. Durch mittlerweile restaurierte Lustgärten mit Überresten von Springbrunnen, Pavillons, einer ehemaligen Klosteranlage und dem gewaltigen Wassergraben, der einst die Stadt umgeben hatte, erreichen wir den Fuß des 200m hohen Granitfelsens. Dann erfolgt der Aufstieg. Tausend Stufen liegen vor uns. 

Fotos: Michael Schulze

Auf dem Weg kurz vor dem nördlichen Plateau befindet sich die Spiegelwand. Zu Lebzeiten des Königs wurde der Putz mittels Eiweiß und Harzen auf Hochglanz poliert. Sie ist bis heute zu bestaunen und wurde vor kurzem restauriert.

Fotos: Michael Schulze

Vom siebten bis zum elften Jahrhundert wurden hier Graffitis hinterlassen, die die ältesten Zeugnisse singhalesischer Dichtkunst und bedeutend für die Erforschung der Geschichte der singhalesischen Sprache sind.

Weiter gehts! Etwa auf halber Höhe unter einem Felsüberhang sind außergewöhnliche Fresken von meistens barbusigen Frauen, den Wolkenmädchen zu bestaunen: anmutig, verträumt und vollbusig verzaubern sie seit jeher die Besucher. Laut einer Inschrift soll es 500 dieser Zeichnungen gegeben haben. Heute sind noch 22 zu sehen, die teilweise 1970 restauriert wurden. Für Touristen besteht ein striktes Fotografierverbot! Wer diese 1500 Jahre alten Kunstwerke nicht nur im Gedächtnis behalten möchte, kauft sich am besten am Ausgang der Anlage die Wolkenmädchen auf Postkarten. Denn: Jedes Blitzlicht beschädigt unwiederbringlich diese historischen „Naturschönheiten“!

Postkarten gescannt

Auf einem Plateau an der nördlichen Schmalseite erreichen wir die Überreste des Löwentors. Jetzt sind nur noch die zwei mächtigen Tatzen übrig und die Treppen für den weiteren Aufstieg. Früher führte der letzte und steilste Teil des Weges durch das Maul eines riesigen Löwenkopfes (siehe Postkartenmotiv).

Kaum vorstellbar, dass über diese teilweise schmalen, steilen Stufen die Sänfte mit dem König getragen werden musste. Wir mussten Gott-sei-Dank nur unsere Wasserflaschen tragen.

Fotos: Michael Schulze

Dann nach 1000 Stufen, teils im Felsen, teils auf stählernen Treppen, sind wir am Ziel, die Spitze der ehemaligen Trutzburg. 200m über der Ebene stehen wir auf dem Felsplateau. Ein perfekter Rundblick über die umliegenden Wälder eröffnet sich uns. 

Fotos: Michael Schulze

Hier oben standen die Palastgebäude. Heute sind noch die Grundmauern und einige Zisternen zu sehen. In denen wurde das Regenwasser gesammelt, um für den Fall einer Belagerung genügend Trinkwasservorräte zu haben.


Fotos: Michael Schulze

Stausee – Tank „Maha Kibissa Wewa“

Auf der Rückfahrt stoppen wir zwischen Palutawa und Sigiriya in der Nähe eines kleinen Stausees – Tank „Maha Kibissa Wewa“.

Die Fahrt beginnt im Ochsenkarren, umsteigen ins Boot und weiter durch ein Vogelparadies in ein kleines Dorf. Dort schauen wir nicht nur beim Zubereiten von traditionellen Currys zu, wir essen sie anschließend, ein Genuss!

Fotos: Michael Schulze

Höhlentempel von Dambulla

Mit leckeren Currys und knusprigen Papadams verwöhnt, geht die Fahrt zurück zu Jim´s Farm. Jedoch stop! Auf dem Weg befinden sich noch beachtliche Tempelanlagen, die wir natürlich sehen wollen.

Unter dem Namen „Goldener Tempel von Dambulla“ gehören diese Tempelanlagen seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Mit ca. 80 Höhlentempeln, davon fünf großen, auf einer Fläche von 2100 Quadratmetern ist diese die größte Tempelanlage des Landes. 

Die fünf zu besichtigen Höhlentempel befinden sich auf einem riesigen Granitfelsen. Das heißt für uns: Wasserflasche bereit und 10 bis 15 Minuten leicht schweißtreibender Aufstieg. Um die Tempel betreten zu können, müssen wir die Schuhe am Eingang abgeben. Socken schützen unsere Fußsohlen vor dem heißen Boden, bedeckte Knie, Schultern und Arme sind für uns bei jedem Besuch von Tempeln selbstverständlich. Mönche pflegen nicht nur die Anlage, sie leben hier oben.

Fotos: Michael Schulze

Rote und goldene Farben der zahlreichen Statuen und sehr schöne Wandmalereien beeindrucken uns. Die ersten dieser Statuen und Malereien gehen auf das erste Jahrhundert v. Chr. zurück und wurden im 11., 12. sowie 18.Jahrhundert erneuert. 

Fotos: Michael Schulze

Im zweiten und dritten Jahrhundert v. Chr. waren die Höhlentempel ein wichtiges Kloster. König Valagamba musste im ersten Jahrhundert v. Chr. aus seiner Königsstadt Anuradhapura vor südindischen Verfolgern flüchten und das Höhlenkloster diente ihm während seines 14-jährigen Exils als Versteck. Zum Dank lies er die erste Höhle zum Tempel ausbauen. Bis zum elften Jahrhundert folgte der weitere Ausbau, so dass im Laufe der Zeit ein gewaltiger vergoldeter Tempelkomplex entstand.

Fotos: Michael Schulze

Neben 153 Buddha-Statuen befinden sich in den Tempelhöhlen auch drei Statuen von sri-lankischen Königen sowie je eine der Hindu-Götter Vishnu und Ganesha. Wandgemälde und Fresken zeigen uns Szenen aus dem Leben Buddhas.

Fotos: Michael Schulze

Die Tempelanlagen sind wirklich sehenswert und die Geschichte des Buddhismus hautnah zu erleben, ist faszinierend. Zum Schluss ein letzter Blick vom Eingang der Höhle über die Ebene und im Dunst sehen wir noch einmal die Trutzburg auf dem Fels: Sigiriya.

Öffnungszeit der Tempelanlage: 7.00Uhr bis 19.00Uhr.

Fotos: Michael Schulze

Zurück auf Jim’s Farm

Foto: Michael Schulze

Und abends nach einer Ayurvedischen Massage genießen wir zusammen mit neun Gästen, die wie wir individuell unterwegs sind, das 4-Gänge-Menü im hauseigenen Restaurant von Jim´s Farm. Es ist vorwiegend aus saisonalen Produkten der Farm zubereitet. Wir lernen eine australische Familie mit drei Kindern, ein junges Paar aus Großbritannien und ein deutsches Paar kennen. Wir sitzen alle an einer gemeinsamen Tafel und der Austausch der bisherigen Reiseerlebnisse und der weiteren Pläne ist rege und bereichernd. Wir haben Spaß miteinander, es wird viel gelacht. Hier treffen sich Menschen aus aller Welt und jeder Generation.

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Fotos: Michael Schulze


Am nächsten Morgen werden wir vom Vogelgezwitscher geweckt. 

Nach einem Frühstück mit viel frischem Obst und allem was das Herz begehrt, starten wir nach Polonnaruwa, eine weitere Königstadt, die der Periode von 1017-1270 n. Chr. ihren Namen gab.

Polonnaruwa – neue Königstadt der Insel

Immer wieder wurden die singhalesischen Königreiche durch Erbstreitigkeiten, Bürgerkriege und unausweichlichen Überfällen von Tamilen, Pandyas und Cholas erschüttert. Diese Attacken auf der Insel erhielten nun als Motiv neben Raublust und ethnischen Gegensätzen zusätzlich religiösen Zündstoff. Sie wurden zu leidenschaftlich geführten Religionskriegen. Der Hinduismus drängte in Indien den Buddhismus gewaltsam zurück, lief dabei fanatisch gegen das südliche buddhistische Bollwerk der Singhalesen in Sri Lanka an. Die Tamilen nutzten diesen Dauerkonflikt in ihrem Drang nach Eigenständigkeit.

1017 wurde der letzte König aus Anuradhapura von den Cholas verschleppt und starb in der Haft. Die Cholas machten Polonnaruwa zu ihrem Regierungssitz.

Erst König Parakrama Bahu I. der Große (1153-1186) konnte die separatistischen Bewegungen wieder eindämmen und das Reich einigen. Dieser König gilt als der fähigste Staatsmann den Sri Lanka je erlebt hat.

Die Bewässerungsanlagen wurden auf den bisher höchsten Stand gebracht. Trotz der damals sieben Millionen Einwohner konnte Reis ausgeführt werden. Der König lies die Häfen von Colombo und Chilaw ausbauen, um regen Handel mit den asiatischen Nachbarländern zu führen. Kunst, Literatur und Gewerbe konnten sich entfalten. 

Der Bau von Tempeln, Palästen und Klöstern wurde gefördert. Zerstrittene Mönchsorden wurden wieder zusammengeführt und auf die reine Leere verpflichtet. Der König brachte die Zahnreliquie Gautama Buddhas nach Polonnaruwa. Das Singhalesen-Reich erstrahlte noch einmal in vollem Glanz. 

Fotos: Michael Schulze

Der Felsentempel Gal Vihara – Zeugnis beeindruckender Bildhauerkunst

Die aus einem Stein herausgearbeiteten Statuen, Teil der von König Parakrama Bahu I. der Große (1153-1186) erbauten Klosteranlage, haben die Jahrhunderte überdauert.

Fotos: Michael Schulze

Ob die stehende Figur mit den gekreuzten Armen, die keine Mudra-Haltung darstellt, Buddha oder seinen Lieblingsjünger Ananda zeigt, ist nicht geklärt.

Der Niedergang des altsinghalesischen Königreichs 

Nach der Schreckensherrschaft von Magha regierten die Herrscher von unzugänglichen Bergfestungen aus und schafften es nicht in ihren Regierungszeiten zwischen 1236 und 1351 den Inselstaat wieder zu vereinen.

Im 14. Jahrhundert wurde die Hauptstadt nach Kotte, südlich von Colombo verlegt. Einmal noch sollte es einem König gelingen seine Macht auf das ganze Inselreich auszudehnen. In seiner 55-jährigen Regierungszeit gelang es Parakrama Bahu VI. (1411-1466) den Ansturm des Vijayanagar-Reichs aus Indien aufzuhalten und Eelam zu besetzen. Das Königreich zerfiel nach seinem Tod wieder in mehrere Herrschaftsbereiche.

Die ersten Portugiesen landeten wegen eines Sturms unfreiwillig 1505 in Sri Lanka. Zu diesem Zeitpunkt war die Insel politisch zersplittert. Es existierte ein Königreich Kotte, ein Königreich Kandy, ein Tamilen-Königreich Jaffna und mehrere Fürstentümer an der Ostküste.

Das Königreich Kandy

Das Königreich Kandy gehört natürlich nicht zu den altsinghalesischen Königreichen, aber unbedingt zum Kulturdreieck. Dieses kleine Königreich im Zentralen Bergland hat seine eigene Geschichte.

Foto: Michael Schulze

Kandy and Kandy Lake
singhalesisch: Maha Nuwara hā Kiri Muhuda

Die beiden Ecken des kulturellen Dreiecks bilden die alten Königsstädte Anuradhapura und Polonnaruwa, die Spitze entsteht durch „Kanda Uda Pas Rata“ – „Sitz des Königreichs der fünf Berge“. Die Portugiesen nannten diese Königsstadt im 15. Jahrhundert kurz „Candea“ und die britischen Kolonialmacht 1815 „Kandy“. Die Singhalesen nennen ihre Stadt noch heute „Maha Nuwara“ -„Große Stadt“.

Verborgen in den bewaldeten Bergen der Südspitze des Kulturdreiecks befindet sich also Kandy, die Hauptstadt des letzten Königreichs. Durch die günstige Lage konnten etliche Angriffe und Eroberungsversuche durch Portugiesen, Holländer und Briten abgewehrt werden. Jedoch 1815 gelang es den Briten den König durch einen Trick aus Kandy zu locken und nach Indien zu verbannen.

Aufgrund der besonderen religiösen, ethnischen und kulturellen Vielfalt wurde die Stadt Kandy 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 

Mit ca. 160.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt des Landes. Der größte Anteil der Bevölkerung gehört zur Ethnie der Singhalesen. Nach der Verfolgung durch die Holländer flüchteten zahlreiche muslimische Inder aus der Küstenregion um Galle zu ihrem damaligen König nach Kandy. Somit lebt noch heute ein großer Anteil an Muslimen in dieser Stadt. Kandy, als Stadt im Zentralen Bergland, also in der Teeregion, ist somit auch Heimat für viele Tee-Tamilen. 

Religiöse Bedeutung erlangte diese Stadt durch den Zahn Buddhas, die bedeutendste buddhistische Reliquie. Singhalesische Könige betrachteten es als ihre Aufgabe eine würdige Unterbringung der Zahnreliquie auf dem Gelände ihrer Residenz zu errichten. So wird im heiligen Zahntempel „Sri Dalada Maligawa“ in einem goldenen Gefäß der linke obere Eckzahn von Gautama Buddha aufbewahrt. 

Fotos: Michael Schulze

Dieses Wahrzeichen der Stadt zieht jedes Jahr unzählige Pilger zu den täglichen buddhistischen Zeremonien. Drei Mal pro Tag wird der Zahn, besser das goldene Gefäß, indem sich der Zahn befinden soll, in einer aufwendigen Zeremonie der Öffentlichkeit präsentiert. Auch Touristen dürfen daran teilnehmen, zu beachten gilt: Schuhe werden am Eingang abgegeben und die Kleidung muss Arme und Beine bedecken, also Shorts sowie ärmelloses Top sind nicht erlaubt.

Die Zeremonien finden täglich um 6.30 Uhr, 9.30 Uhr und 18.30 Uhr statt.

Fotos: Michael Schulze

Das Gebäude hinter dem Schrein mit der Zahnreliquie wird von einer großen goldenen Buddha-Figur beherrscht und entlang der Decke erzählen Gemälde die Geschichte wie der Zahn vom Scheiterhaufen gerettet wurde. Eine Nonne, so die Legende, hat in ihrem Haar versteckt den Zahn von Indien nach Sri Lanka gebracht. 

Fotos: Michael Schulze

„Esala Perahera“-Fest

Der Höhepunkt der Verehrung findet jährlich im August durch das „Esala Perahera“-Fest statt. Dieses ist das größte buddhistische Fest des Landes und findet vor dem Volllmondtag „Esala“ im August statt. Bei feierlichen Prozessionen wird das Gefäß mit dem Zahn auf dem Rücken eines Elefanten durch die Stadt getragen. 

https://youtu.be/VFS_ARbc6U4 

Raja – Elefantenbulle, viele Jahre Träger der Reliquie beim „Esala Perahera-Fest“, könnt ihr in einem kleinem Museum nahe des Zahntempels bewundern. Raja ist die gleiche Hochachtung wie einer Buddha-Figur entgegen zu bringen. Also Schuhe aus, fotografieren ja, aber niemals mit dem Rücken zum Elefanten!

Fotos: Michael Schulze

Habt ihr Lust auf ein wenig frische Luft? Dann könnt ihr eine Stunde um den Kandysee, der sich angrenzend an den Zahntempel befindet, spazieren. Der Kandy Lake oder Kiri Muhuda, deutsch: das Meer der Milch, ist ein künstlicher See (Tank) im Zentrum der Stadt, den der letzte König Sri Lankas 1807 anlegen lies. In der Mitte des Sees lies er eine kleine Insel erbauen, um dort seine Hofdamen zu empfangen. Der See wird von einer Mauer in Wolkenform umrandet.

Fotos: Michael Schulze

Vom Tempel entlang am See könnt ihr bequem ins Zentrum der Stadt gehen und seid inmitten dort, wo sich das alltägliche Leben der Einheimischen abspielt. Bahnhof, Busbahnhof, Post, Restaurants Einkaufszentren, Märkte und Geschäftsstraßen, dazwischen buddhistische Tempel, Moscheen und Kirchen sowie typische Kolonialbauten.

Fotos: Michael Schulze

Gefallen euch regionale Märkte? Auf dem Central Market in Kandy werden lokale Produkte von einheimischen Händlern zu niedrigen Preisen angeboten. Es kann auch gehandelt werden, die Händler bleiben stets freundlich. Zum Schluss sollten beide Seiten mit einem Lächeln im Gesicht den Handel abschließen.

Fotos: Michael Schulze

Fazit

Die Stadt Kandy ist jedenfalls ein Besuch wert. Wenn ihr nicht genügend Zeit für alle Sehenswürdigkeiten des Kulturdreiecks habt, dann besucht wenigstens Kandy, eine Stadt mit einem großen kulturellen Angebot. Diese Stadt liegt sehr zentral auf dem Weg von der West- zur Ostküste. Die Anbindung an Colombo und den Süden des Landes ist sehr gut. Eine Zugfahrt ins Zentrale Hochland ist ein Highlight. 

Unser Tipp: Guide und Fahrer

Die Entscheidung mit Driver und Guide zu reisen, haben wir bereits bei den Vorbereitungen zu Hause getroffen. Und keinen Tag bereut. 

In Sri Lanka, vor allem im Landesinneren Auto zu fahren, ist sehr anstrengend. Die Überholmanöver erscheinen uns abenteuerlich, in den Dörfern gibt es häufig keine Bürgersteige, viele Menschen sind auch im Dunkeln zu Fuß oder per Fahrrad außerhalb der Ortschaften neben der Fahrbahn unterwegs. Kleine Straßen sind oft witterungsbedingt im schlechten Zustand oder sogar gesperrt. Fahrzeiten nach unseren Maßstäben einzuplanen, ist ein Fehler, lernten wir schnell. 

Unsere jungen Fahrer, die alle möglichen Situationen im Griff hatten, steuerten uns sicher an jedes Ziel. Und wir? Wir hatten viel Zeit zum Gucken, Fotografieren, Entdecken und Fragen.

Unser Guide, den wir gern weiter empfehlen: 

Damith Dilshan (Dam) Private Tour Guide in Colombo, Sri Lanka – tourHQ

Ihr könnt Dam auch über WhatsApp erreichen: +94729171089